Montag, 25. August 2008

Salatiga II

Ich habe es heil zurueck nach Semarang geschafft und mich dabei noch nicht mal verlaufen!
Die restliche Zeit mit Denise war echt schoen... ich habe gar nicht gemerkt wie sehr ich es vermisst habe deutsch zu sprechen und mit jemandem nicht-maennlichem zu reden (bei mir im Waisenhaus gibt es keinen weiblichen staff). Wir haben bis nachts um 12.00h gequatscht und danach konnte ich endlich wieder auf einer weichen Matratze schlafen. Am naechsten Morgen sind wir zu einem Karatekontest der Kinder in ihrem Waisenhaus gegangen... es hat sich aber herausgestellt, dass dort ausser push ups und Liegestuetze nicht viel gemacht wurde, weshalb wir relativ schnell wieder gegangen sind. Danach hatte ich den besten Friseurbesuch meines Lebens! Wer kann schon behaupten, dass er die Haare auf einem Balkon in Indonesien geschnitten bekommen hat und dabei eine wunderschoene Aussicht auf Kokospalmen und Berge geniessen konnte :D Sie sind jetzt schulterlang und es ist echt super micht mehr ewig warten zu muessen bis die Haare trocken sind. Gegen mittag bin ich dann mit Denise und ihrer Contactperson essen gegangen und danach habe ich mich auf den Rueckweg nach Semarang gemacht, der zum Glueck sehr unspektakulaer verlaufen ist.
Am Montag war wieder das Meeting der ganzen Volunteers aus Semarang im IIWC- Office. Ich sollte zum ersten Mal alleine mit dem Bus dorthin fahren, was eigentlich auch kein grosses Problem gewesen waere, wenn mir nicht jemand angeboten haette mich mit dem Motorrad dorthin zu fahren. Leider hatte ich an diesem Tag einen Rock an und konnte daher nur seitwaerts sitzen. Ausserdem haben wir 2 Zwischenstopps bei einem Imbiss und bei Bekannten gemacht und uns einmal verfahren bis wir endlich mit 15 Minuten Verspaetung am Office ankamen. Nach dem Meeting habe ich mich mit Rizal in der Innenstadt in einer Mall (Simpang Lima) getroffen und wir sind zu seiner Uni gegangen, wo ich ein paar seiner Freunde kennen gelernt habe. Sie sind echt nett und mit zweien von ihnen bin ich spaeter noch essen gewesen und wir waren kurz in ihrem boarding house. Das Essen war echt super, obwohl ich zuerst etwas skeptisch war, als ich mein "Es keju" (Eis-Kaese) bestellt hatte. Dieses entpuppte sich naemlich als Erdbeereis auf einer Art Kuchenteig mit Kaeseraspeln, was aber extrem lecker war.
Der naechste Indonesien-Schock kam aber, als ein kleiner Junge einem der beiden Maedels die halb aufgegessene Huehnchenkeule vom Teller geklaut hat und sie selbst verputzt hat... es ist echt krass, wenn man Vormittags in der total europaeisch aussehenden Mall ist und spaeter sowas mitkriegt oder in das Waisenhaus zurueckkommt und die riesen Unterschiede zwischen arm und reich hier sieht.

Samstag, 23. August 2008

Salatiga

endlich Wochenende!! Nach einer recht anstrengenden Woche in der ich unter anderem zum ersten Mal versucht habe zu fasten (Training fuer Rammadan, was ich so bald aber nicht wiederholen werde... mir knurrt nur beim Gedanken daran der Magen), bin ich heute zu Denise nach Salatiga gefahren. Die Stadt liegt weiter im Landesinneren und die Temperaturen hier sind angenehm kuehl im Vergleich zu der Hitze in Semarang. Ausserdem war hier heute "Karneval", was aber nicht so gross war wie in Koeln und auch ohne "Kamelle",weshalb wir relativ schnell zum Shopping uebergegangen sind :D Danach bin sind wir zurueck in das Waisenhaus, wo Denise arbeitet und haben die "geshoppten" Suessigkeiten, die es ja leider nicht beim Karneval gab, verputzt. Im Gegensatz zu meinem Orphanage ist ihres der pure Luxus... es gibt sogar ein gefliestes Bad mit Spiegel, Glasfenster in ihrem Zimmer und eine richtige Kueche mit Ofen! Deshalb habe ich mich fuer heute Nacht erstmal bei ihr einquartiert und morgen gibts ne neue Frisur noch oben drauf. Ich habe naemlich die Nase voll davon, dass ich mit meinen langen Haaren jeden Tag total am Schwitzen bin und deshalb kommen sie morgen ab.
Ansonsten werde ich morgen zum ersten Mal alleine die oeffentlichen Verkehrsmittel in Indonesien benutzen um zurueck nach Semarang zu kommen. Ich bin mal gespannt, wo ich am Ende lande... drueckt mir die Daumen, dass es in der Naehe des Waisenhauses ist!

Sonntag, 17. August 2008

2 Wochen Indonesien...

... und langsam gewoehne ich mich an (fast) alles.
Das Einzige, was mir im Moment Probleme bereitet ist die Hitze und das Essen. Mittags bin ich nur am Schwitzen, weshalb ich versuche um diese Uhrzeit entweder in einem Internetcafe oder in einem Einkaufszentrum zu sein... irgendwo wo es eine Klimaanlage gibt. Morgens und abends sind die Temperaturen ok. Zwischen 4-6Uhr spiele ich oefters mit den Kindern Fussball oder Volleyball, was ganz gut geht. Um 18.00h gibt es Abendbrot und von 20.00-21.00h unterrichte ich Englisch. Morgens schlafe ich meist bis 8.00-9.00Uhr und danach lerne ich entweder indonesisch, lese, wasche meine Klamotten oder fahre in die Stadt.
An das Essen habe ich mich auch immer noch nicht richtig gewoehnt, aber zur Not besorge ich mir halt woanders etwas anderes als Reis mit Spinatsuppe, was es 3mal taeglich in meinem Waisenhaus gibt. Dazu wird hier immer Tempe gegessen, was aus Sojabohnen hergestellt wird und echt lecker ist. Also verhungern werde ich hier nicht... zur Not kann ich mir immer noch Cornetto Eis oder leckere Indonesische Suessigkeiten in dem kleinen Supermarkt um die Ecke kaufen (eben habe ich mir dort eine Caprisonne geholt und davor hatte ich 2 McFlurry bei McDonalds, was alles zusammen weniger als einen Euro gekostet hat!).
Dieses Wochenende war ich Schwimmen und danach hab ich bei der Familie von meiner Contactperson Rizal uebernachtet.
Wir haben eine alte Tempelanlage ausserhalb von Semarang besichtigt und waren in einer Art
Abenteuerpark, wo man an einem Seil ueber eine Schlucht gefahren ist (ich kann das nicht wirklich beschreiben). Auf jeden Fall war es echt schoen dort! Seine Familie ist auch total nett. Seine Mutter hat die ganze Zeit versucht mir irgendetwas zu essen unterzujubeln... jedes zweite Wort von mir war: Nein danke, makasih... saya kenyaaaaanng, ich bin saaaaatttt!
Ich werde versuchen Bilder in meinen Blog zu stellen, aber ich weiss nicht wie ich sie von meiner Kamera auf den PC kriegen soll, da es hier im Internetcafe nur ein Diskettenlaufwerk gibt, aber ich werde mal im Office nachfragen, was es fuer Moeglichkeiten gibt.

Mittwoch, 13. August 2008

Das Waisenhaus

Jetzt bin ich schon seit fast einer Woche in "meinem" Waisenhaus und soweit geht es mir hier ziemlich gut. Die Kinder sind alle total niedlich und nett, obwohl sie manche Dinge 3mal wiederholen muessen bis ich sie dann vielleicht verstehe. Die Sprache ist immer noch ein Problem, aber ich habe mir unterdessen 3 Buecher zum indonesisch lernen besorgt und die lebensnotwendigen Sachen wie ich habe hunger, bin satt oder ich moechte schlafen, trinken, duschen etc. kann ich jetzt auch sagen.
Ausserdem muss ich mich noch an die Temperaturen hier gewoehnen. Morgens und abends geht es mit der Hitze aber zwischen 12.00 und 3.00 Uhr ist es so heiss, dass ich nur am schlafen bin und/oder vor dem Ventilator hocke.
Eine weitere Sache die mir schwerfaellt ist 3mal am Tag Reis zu essen. Im Moment versuche ich morgens stattdessen Brot zu essen bis ich mich an den Reis gewoehnt habe.
Was mir hier total gut gefaellt sind meine Contact Persons. Rizal ist total nett und zum Glueck nicht typisch indonesisch, was soviel bedeutet wie er plant alles im voraus, macht massig Notizen und ist puenktlich. Jejey, meine andere Contact Person, hat zur Zeit Examen an der Uni und kann deshalb nicht so oft kommen, aber ich krieg staendig SMS von ihm.
Yuma mag ich auch total gerne und ich bin echt froh, dass sie jetzt am Anfang auch in meinem Projekt ist... ansonsten waere das mit der Verstaendigung noch viel schwerer und so habe ich auch jemanden zum quatschen etc.
Mein Zimmer ist auch ok. Die Groesse ist in Ordnung und ich habe 2 Stuehle, einen kleinen Ventilator, einen Schrank und einen Schreibtisch. Leider gibt es kein Bett sondern nur dickere Matten als Unterlage (wie in Korea), was relativ hart ist. Nja, man gewoehnt sich an alles...
In dem Waisenhaus gibt es ausserdem einen Fussballplatz und ein Volleyballfeld. Bis jetzt habe ich 2mal mit den Kindern Fussball gespielt und am 30. August ist ein Volleyballturnier geplant.

Samstag, 9. August 2008

Orientation days

Die ersten Tage in Semarang habe ich jetzt hinter mir und man kann die Stadt nur als heiss und voll beschreiben. Deswegen haben wir auch die meisten Zeit drinnen verbracht. Ausserdem hatten wir die 3 Tage Vorbereitungsseminar im Office unserer Organisation. Die Leute dort sind alle super freundlich, jaedoch hatten wir die meisten Informationen schon bei den beiden Seminaren in Deutschland bekommen, weshalb es jetzt nicht mehr so viel neues zu erzaehlen gibt. Jedoch haben wir unsere Contact Person kennen gelernt, die wir immer bei Fragen ansprechen koennen. Ich habe gleich mehrere bekommen und alle sind total nett. Ausserdem habe ich Yuma getroffen. Sie ist fuer den naechsten Monat noch im selben Projekt wie ich und kann mir daher alles erklaeren, juhuu.
Eine weitere Sachen du ich kennenlernen durfte, sind die indonesischen Toiletten....aehhmm ich meine Loecher. Klopapier gibt es uebrigens auch nicht, nur eine Schoepfkelle. Den Rest koennt ihr euch selbst vorstellen... Fur die Dusche gibt es auch so eine Kelle und von heissem Wasser kann man auch nur Traeumen. Zum Glueck braucht man das hier sowieso nicht, denn es sind immer um die 30grad :D
Heute morgen bin ich dann zu meinem Projekt gefahren, einem Waisenhaus in Semarang. Dort werde ich auch wohnen. Die Kinder machen bis jetz einen sehr netten Eindruck... nur das mit der Verstaendigung klappt noch nicht so ganz, da ihr Englisch ungefaehr so gut wie mein Indonesisch ist. Zum Glueck habe ich ja Yuma und meine Contact Persons.

Mittwoch, 6. August 2008

Ankunft in Semarang!!!!!!!!

YEEAAHHHH, endlich bin ich in Indonesien!!! Bin ich froh, dass ich diesen Marathonflug hinter mir habe. Nachdem ich immerhin einen Tag Pause zwischen dem Rueckflug aus Kanada und dem Flug nach Indonesien hatte, kam zuerst Flug 6 Stunden-Flug von Hamburg nach Dubai. Dort habe ich die anderen 5 Deutschen Freiwilligen getroffen, die ebenfalls nach Indonesien fahren. Nach 3 Stunden Aufenthalt ging es dann in den Flieger nach Jakarta, wo wir 12.20h spaeter und nach Zwischenlandung in Colombo/Sri Lanka und Singapur ankamen. Dort wartete dann nur noch eine 7 stuendige Bahnfahrt nach Semarang auf uns, nach der wir gegen 4h Ortszeit endlich im Buero von IIWC (unsere indonesische Organisation) ankamen. Um 8h gab es Fruehstueck und danach habe ich angefangen etwas Bahasa Indonesia zu lernen. Am Nachmittag sind wir im eine Shoppingmall gefahren, wo wir Geld umgetauscht haben, ich mir ein Handy gekauft habe und wir in ein Internetcafe gegangen sind... jetzt muss ich aber Schluss machen, die anderen warten schon, und hunger habe ich auch!

Sonntag, 3. August 2008

Kanada

Wow, die letzten 3 Wochen waren echt super, obwohl alles mal wieder recht chaotisch anfing. Wir hatten nämlich unseren Anschlussflug von Montreal nach Ottawa verpasst und durften deshalb nochmal 1,5 Stunden auf die nächste Propellermaschine warten. Als wir dann endlich angekommen waren, wurden wir in das Cadet Camp in Connaught gefahren. Im laufe des Tages trudelten auch die Cadets aus den anderen Länder (6 Australier, 2 Amerikaner & 1 "Cayman Islander") ein. Wir haben uns von anfang an super verstanden... insbesondere Marie-Isabelle/Hamburg, Cary/Cayman Islands und Deak/USA waren extrem lustig und ohne sie wäre die Zeit in Kanada nur halb so toll gewesen, I love u guys - ey!!!
Das Programm, das die Kanadier für uns zusammengestellt haben, war ebenfalls klasse. Die ersten Tage verbrachten wir in der Nähe von Ottawa, wo wir unter anderem shoppen, beim bowling und in einem Schwimmbad waren ("I can´t swim... well" - schon klar, Cary :D). Außerdem wurde versucht den deutschen Cadets bei zubringen wie man marschiert, was extrem lustig war, vor allem wegen des verdammt gut aussehenden drill sergeant^^ Ein weiteres Highlight in Connaught war das Schießen mit einer C7. Eigentlich hatte ich mich nicht besonders darauf gefreut und die stundenlange Einführung half auch nicht besonders meine Laune zu bessern, aber als es dann endlich los ging, war es viel einfacher als gedacht.
Nachdem wir die ersten Tage in der Nähe von Ottawa verbracht hatten, sind wir auch in andere Städte gefahren: Montreal, Quebec, Toronto, nach Blackdown und zu den Niagarafällen. Dort sind wir z.B. mit einem Helicopter geflogen, waren Jetboating, rafting und haben uns abgeseilt. Außerdem haben wir an so ziemlich jedem Tim Hortons shop auf unserem Weg angehalten um unsere tägliche Dosis Koffein zu bekommen. Der French Vanilla Cappucchino dort ist einfach nur genial - da kann sich Starbucks ne Scheibe von abschneiden!
Leider sind alle internationalen Cadets schon nach 2 Wochen gefahren und nur die deutschen sind noch eine Woche länger geblieben. In dieser haben wir eine Kanutour durch den Algonquin Nationalpark gemacht, wo wir auf einer kleinen Insel in Zelten übernachtet haben. Eigentlich hat es mir dort sehr gut gefallen, das einzige Problem war die nicht vorhandende Dusche und unser "Klo" - ähm, ich meine Holzbrett mit Loch...
Nach den 3 Tagen "in the middle of nowhere" kam mir unsere Baracke in Connaught mit Hochbetten und elektrischem Licht wie purer Luxus vor. Dort haben wir dann auch unseren letzten Tage in Kanada verbracht, bis wir gestern zurückgeflogen sind.