Montag, 17. November 2008

Weekendworkcamp

Mein Tief hatte sich nach der Farewellparty von Yuma und Lucka endgueltig (hoffentlich) verabschiedet und so ging es voller Elan in mein weekendworkcamp, bei dem wir das Waisenhaus gestrichen haben.
Am Donnerstag war ich erst einmal mit Gigih von IIWC Farbe und Streichutensilien kaufen, die gluecklicherweise etwas guenstiger als erwartet waren. Samstag ging es dann endlich los.
Das erste Mal, dass ich etwas ins Schwitzen geriet, war um 9.30Uhr, als die Freiwilligen aus Pekalongan, die um 9Uhr kommen wollten, immer noch nicht da waren und wir mit 5 Leuten dabei waren, dass ganze Waisenhaus abzuschmirgeln. Bei unserem Tempo haetten wir wahrscheinlich 2 Wochen gebraucht bis wir mit dem Streichen anfangen haetten koennen, jedoch trudelten die anderen Freiwilligen (auch aus Indonesien und Tschechien) nach und nach ein und als die Kinder gegen 1Uhr aus der Schule kamen, hatten sich meine Zweifel, dass wir niemals fertig werden, aufgeloest.

Das naechste Mal, dass ich nervoes wurde, war als die orange Farbe fuer die Aussenwand zur Neige ging und nach dem ersten Mal auftragen so duenn aussah, dass ich mit 3mal nachstreichen gerechnet habe. ...die Farbe ging uns zwar kurze Zeit spaeter wirklich aus, aber der Shop um die Ecke hatte zum Glueck die gleiche, also wurde kurzerhand neue gekauft. Das mit dem Nachstreichen mussten wir auch machen, aber zum Glueck nur 1mal, da die getrocknete Farbe zum Glueck kraeftiger war, als die nasse.
Ansonsten hatte wir aber wirklich viel Spass und vor allem die Kinder waren eifrig bei der Sache.
Am Sonntagmorgen ging es dann frueh weiter und wir haben bis ca. 3Uhr weitergestrichen, als es ploetzlich zu regnen anfing... jedoch ist der indonesische Regen mit den paar Troepfchen in Deutschland nicht zu vergleichen und ich hatte wirklich Angst, dass die ganze Farbe wieder runterkommt. Den Kindern hingegen hat es gefallen und sie haben erst einmal im Matsch geplantscht und Fussball gespielt, was unsere Jungs so gut gefallen hat, dass sie gleich mal mitgemacht haben.

Vorher:


Nachher:

Donnerstag, 6. November 2008

Down

Es ist wieder soweit... das naechste down inklusive Kulturschock ist da und meine letzte Woche war absolut besch*****! Von daher muss ich jetzt erstmal Dampf ablassen.
Es fing damit an, dass ich schon in Pekalongan Bauchschmerzen bekommen habe, die bis Montag anhielten. Am Diestag, als ich mit in die Schule gegangen bin (siehe letzter Eintrag), ging es dann mit Kopfschmerzen weiter und seit letzter Woche Freitag habe ich ne Erkaeltung. Dazu kommt die schwuele Hitze, die, wenn es einem eh schon Sch-peep! geht, dann noch den Rest gibt. Ach ja, die Magenprobleme, die man immer mal wieder hat (sind eigentlich schon so normal, dass ich sie normal nicht mehr erwaehne), kommen natuerlich noch oben drauf.
Nja und wenn man dann mit nem Kopf wie`n Ballon draussen im Waisenhaus sitzt und sich mit dem Sudokublock (man ist eh nicht mehr in der Lage in zu loesen) den nicht vorhandenen Wind zufaechelt um die Schweisspfuetze unter den Fuessen nicht noch groesser werden zu lassen, ausgerechnet dann kommen ein paar Kids zu dir (nachdem du 3x demonstrativ gegaehnt und gehustet hast um auf deinen momentanen Zustand aufmerksam zu machen) um dich erstmal auf indonesisch zuzuquatschen und dich nach Englischvokabeln fuer ihre Hausaufgaben zu fragen -natuerlich hast du die Woerter nie zuvor gehoert... nja, was macht ein guter Freiwilliger: weiter Laecheln und sich von den Kids das Woerterbuch (uebrigens mein eigenes, dass ich am morgen gebraucht habe und nicht gefunden hatte, weil es sich die Kinder mal wieder auf unbestimmte Zeit geborgt hatten) nehmen, um dann selber nachzuschlagen!
Nachdem ich den Tag dann irgendwie ueberlebt hatte, kam abends um 8h (ich war um 7h schon total muede) der Unterricht, in dem ich diesmal anstatt Englischunterricht die Armbaender von dem weekendworkcamp in Pekalongan gemacht habe. Puenktlich um 21.00h (Ende der Stunde... ich schon halb im Bett) kommt einer der Staffs und will lernen wie man ein Armband macht- aber gerne doch- grins!!! Um 22.00h war ich im Bett und um 22.01h hab ich geschlafen.
Ansonsten gibt es immer noch ein paar Sachen, an die ich mich nicht gewoehnen kann.
-Ich sitze immer noch nach 5Uhr in meinem Waisenhaus fest, da es keinen Bus mehr gibt... ok, ich hab ja vorher genug Zeit irgendwohin zu fahren, aber leider arbeitet hier jeder Vormittags (und die Kids sind in der Schule) und alleine in die Stadt zu fahren um sich mit sich selbst zu treffen, ist beim 5ten Mal genauso spannend wie im Fernsehen Werbung auf indonesisch anzuschauen -und man spart das Busgeld.
-Wenn man abends nochmal zu Fuss irgendwohin (irgendwohin= Supermarkt, Internetcafe, Schafe gucken) gehen moechte ist das vor 9h eigentlich noch geradeso ok, solange man begleitet wird... ist ja auch sowas von gefaehrlich in meinem Dorf (ich wohne zwar in Semarang, aber mein naechster Nachbar sind Schafe und Huehner).
-Hatte ich eigentlich schon erwaehnt, dass ich mich jedes mal, wenn ich fuer 20Minuten zum Supermarkt gehe, beim Waisenhaus-Chef abmelden muss?
-Man darf in meinem Waisenhaus auch keine Karten spielen, weil es ja eventuell auf Glueckspiel hinauslaufen koennte... ok, das hoert sich fuer alle, die mich nicht kennen, jetzt nicht wie ein grosser negativ Punkt an, aber ich vermisse die Skat- und Doppelkopfrunden.
-Dazu kommen dann noch staendig irgendwelche Fragen wie: "Wie viel hat das gekostest?", "Bist du reich?" oder "Wenn du nach Hause faehrst, kannst du ja deine Kamera fuer das Waisenhaus hierlassen und dir in Deutschland eine neue kaufen?" -bitte was??? Die ersten 5 Male versucht man noch zu erklaeren, dass man hier zwar viel Geld hat, aber in Deutschland alles 10x teurer ist. Aber spaetesten nach dem 6x ist selbst meine Geduld am Ende und es geht mir nur noch auf die Nerven.
-Man kann hier auch nicht einfach in Ruhe die Strasse langgehen, sondern alle 20m wird man von der Seite mit "Hello Miss/Mister!" angerufen. Das hoert sich vielleicht nicht besonders schlimm an, aber wenn man das 3 Monate lang jeden Tag zu hoeren kriegt, reicht es einem irgendwann.
-In meinem Projekt gibt es genau 1 Person, die ein bisschen Englisch spricht, von daher beschraenken sich meine taeglichen Unterhaltungen seit 3 Monaten auf, "Wo willst du hin?", "Magst du...?" und "Hast du schon geduscht?"
- ...
So ich glaube, dass sind so die wichtigsten Punkte, die mir auf die Nerven gehen. Aber im Moment sehe ich eh alles etwas dramatischer, wegen der Erkaeltung. Von daher versuche ich mir im Moment zu sagen: think positiv und keep smiling... ich wusste ja voher das es warscheinlich irgendwann nochmal einen Kultirschock gibt (war ja auch mein Referat beim Vorbereitungsseminar) und das Gute ist, dass es normalerweise von jetzt an nur noch besser werden sollten. Das naechste Hoch kommt bestimmt.
Es gibt aber auch gute Neuigkeiten. Ich war heute morgen in der Uni und, unglaublich, aber war, am Dienstag bekomme ich meinen Stundenplan!

Samstag, 1. November 2008

nix vor aber trotzdem beschaeftigt...

... so sieht es bei mir im Moment aus. In meinem Projekt ist alles wie immer und ich unterrichte jeden abend. In der Uni war ich auch wieder, aber einen festen Plan habe ich immer noch nicht. Es wird warscheinlich darauf hinauslaufen, dass ich am Tag vorher den Lehrern schreibe, ob sie "mich gebrauchen koennen"... aber eigentlich ist mir das so auch ganz lieb, da es immer wieder spontane Plaene gibt und die mit einem festen Stundenplan nicht wirklich zu vereinen sind.
Zum Beispiel stehe ich letzten Dienstag nichts ahnend um 8h (ich find das relativ frueh, aber die Indonesier machen sich immer ueber mich lustig, wenn ich von fruehem morgen spreche und es nach 6h!!! ist... nja im Gegensatz zu allen anderen muss ich ja nicht jeden morgen um 5h beten :D) auf, komme aus der Dusche und mir wird gesagt, dass ich jetzt gleich in eine Schule der Kinder fahre - "WIE BITTE?!... JETZT??...aeehhmm, ok..." Es wurde zwar mal davon gesprochen, aber das es an dem Tag war wusste ich natuerlich nicht. Es ist ja auch nicht wichtig, mir voher bescheid zu sagen, wenn mein ganzer Tag verplant ist. Aber zum Glueck hatte ich eh noch nichts vor und letztendlich war es wirklich interessant die Schule der Kinder zu sehen. Obwohl ich wirklich erstaunt ueber den Zustand war. Ich dachte immer unser Waisenhaus waere ziemlich renovierungsbeduerftig, aber als ich ueber eine wackelige Leiter durch ein Loch in der Wand in den Klassenraum der Stufe 3 gestiegen bin, kam mir Fazza dagegen fast normal vor... Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber Dienstag fahre ich warscheinlich wieder hin und wenn ich mir bei in die Klasse gehen nicht den Hals breche, werde ich die Fotos noch machen und ins Internet stellen. Nachdem ich die Schule gesehen hatte, waren meine Erwartungen was den Unterricht angeht ziemlich niedrig... und sie wurden nicht entaeuscht. Wenn selbst die Englischlehrerin "he" und "she" verwechselt und mich als "Mister Anna" vorstellt, wundert es mich nicht mehr, dass sich das Englisch der Kinder auf "where you from" beschraenkt. Es gibt hier also noch einiges fuer mich zu tun!
Ausserdem war letztes Wochenende ein weekendworkcamp bei den anderen Freiwilligen in Pekalongan, wo wir gelernt haben Schmuck zu machen. Lucka, eine Freiwillige aus Tschechien, hatte eigentlich vor mit "ihren" Strassenkindern Schmuck herzustellen, aber leider faehrt sie schon in 3 Wochen zurueck. Von daher haben wir jetzt von ihr gelernt wie es geht und koennen es hoffentlich in unseren Projekten machen. Es war wirklich nett mal wieder unter Europaern zu sein und ueber fuer uns "normale" Dinge zu reden, bei denen die Indonesier nur Bahnhof verstehen.
Eine weitere, diesmal positive, Ueberaschung stand gestern, als ich nichtsahnend vom Treffen mit einer Freundin kam, im office vom Waisenhaus: ein BETT! ...aber nicht irgendein Bett, sondern ein riesiges, hammer-geniales Doppelbett mit superdicker Matratze und das beste daran: fuer mich!! Ein Spender hatte es am Vormittag vorbeigebracht und da es nicht im office bleiben kann, wurde beschlossen es in mein Zimmer zu stellen :D.
Anonsten habe ich in der letzten Woche nicht so viel gemacht, da ich relativ schlapp und muede war... liegt vielleicht am Wetter. Jetzt faengt die Regensaison an und es ist feucht warm... eine Kombi die mir irgendwie nicht liegt.

Samstag, 18. Oktober 2008

Orientation, die neuen/alten deutschen Freiwilligen sind da!

Am 7. August war es endlich soweit und die `Neuen` sind in Semarang angekommen. Es war echt schoen die anderen Deutschen wiederzusehen, nachdem man die meisten das letzte Mal bei dem Vorbereitungsseminar in Deutschland gesehen hatte. Da ist einem dann auch richtig aufgefallen wie sehr man sich schon an Indonesien gewoehnt hat... es war wirklich lustig zu sehen, wie sie sich ueber die Dinge gefreut und gewundert haben, die fuer mich mittlerweile normal geworden sind. Das war so ein richtiges `Aha-Erlebnis` und ich habe mich gefragt: "ist es wirklich erst 2 Monate her, dass ich hier ankam und alles genauso neu fuer mich war?"
...es wird sicher noch spannend, die Anfangs "up`s and down`s" der anderen mitzubekommen und zu sehen, wie sie es schaffen sich an Indonesien zu gewoehnen.
Ausserdem habe ich deutsche Verstaerkung in Semarang bekommen. Alessandra, die ich schon vom Vorbereitungsseminar in Deutschland kannte, wird an einer Uni in Semarang unterrichten (die anderen haben ihre Projekte in Pekalongan). Mit ihr, Rizal, Matsu, Rizals Japanischlehrer und Rome bin ich dann auch gleich am Sonntag nach der Orientation zum Badmintonspielen und zur grossen Moschee hier in Semarang gefahren, was echt Spass gemacht hat, obwohl ich nach dem Badminton so ko war, als ob ich 2 Monate fast keinen Sport gemacht haette (ouups, verdammt, das stimmt ja :P). ...aber ich hab mir vorgenommen das zu aendern.
Am Dienstag war ich dann zum ersten Mal nach den Ferien wieder in der Uni. Es hat mir zwar wieder gut gefallen, aber im Moment ist es noch etwas schwierig einen Stundenplan zu bekommen. Ich hatte zwar schon einen Plan mit Vorlesungen, die ich gerne besuchen wuerde, erstellt, aber bevor ich die Stunden mitmachen kann, muss ich erst mit den Lehrern sprechen. Leider kenne ich bisher erst zwei, weshalb ich die naechste Zeit warscheinlich erst einmal mit `mich-vorstellen` verbringen werde.
Am Mittwoch wollte ich eigentlich wieder zur Uni, aber leider hatte ich Magenprobleme, weshalb ich mich an diesem Tag lieber nicht zu weit vom Klo entfernen wollte.
Donnerstag war dann das `Mondaymeeting`, das verschoben worden war da Bhinuri von IIWC nach Yogya gefahren war. Dort habe ich dann endlich einen Termin fuer mein weekend-workcamp gefunden, bei dem ich die Waende in meinem Waisenhaus streichen moechte. Wenn alles klappt, findet es vom 15.-16. November statt!!!!!!
Den Rest der Woche habe ich groesstenteils im Waisenhaus verbracht, wo mich Alessandra dann auch von Freitag auf Samstag besucht hat. Ausserdem haben diese Woche meine Englischstunden wieder begonnen und ich bin ueberrascht wie gut sie klappen. Mittlerweile ist mein indonesisch schon gut genug um den Kindern irgendwie verstaendlich zu machen, was sie tun sollen und ich merke jeden Tag wie ich mehr und mehr sagen und verstehen kann.

Idul Fitri...

... war anders als ich es erwartet hatte. Obwohl eigentlich hatte ich keine Erwartungen, da ich mir ueberhaupt nichts darunter vorstellen konnte. Letztendlich gab es viel zu essen und alle Leute haben sich bei allen entschuldigt. Ausserdem fahren alle zu ihren Verwandten um sich auch bei ihnen zu entschuldigen und noch mehr zu essen. Ich bin mit einem aus dem Waisenhaus zu seinen Verwandten gefahren... 6 in einer Strasse und wir sind in jedem Haus ungefaehr 15min geblieben, bis wir zu dem naechsten gegangen sind. Bei jedem gab es uebrigens Snacks und Getraenke (falls man waehrend des Fastens abgenommen haben sollte, nimmt man danach auf jeden Fall wieder zu^^). Das wiederholt sich dann in der Woche nach Indul Fitri immer wieder... es ist also ein staendiges Kommen und Gehen.
Die Kinder sind auch 5-7 Tage zu ihren Familien zurueckgekehrt, weshalb es ungewoehnlich leer und leise im Waisenhaus war, aber mir war es ganz recht mal eine Woche lang nichts zu tun ausser ab und zu zum Supermarkt oder in die Stadt zu fahren. Leider konnte ich nicht ins Internet, da es wie fast alle kleineren Laeden geschlossen war.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Bali

Am 21.9. gingen endlich meine Ferien auf Bali los!!! Der Flug ging aber leider ab Yogya, weshalb ich erst einmal den Bus dorthin nehmen musste. Die Fahrt verlief aber relativ unspektakulär, bis ich dann in den transYogya-Bus umgestiegen bin, wo ich auf einmal zwei Leute deutsch sprechen gehört habe... nachdem wir uns kurze Zeit unterhalten haben, hat sich dann herausgestellt, dass eine der beiden ab nächsten Jahr in Denises Projekt in Salatiga arbeiten wird, wovon diese aber bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihr am Flughafen von der Begegnung erzählt habe, gar nichts wusste. Die restliche Anreise verlief nach dem Wiedersehenstreffen mit Lisa, Steffi, Gintas, Lea und Denise am Flughafen dann aber so normal wie es in Indonesien eben möglich ist und abends gegen 21.00h sind wir in unserem Hostel in Kuta angekommen. Dort haben wir dann auch die ersten Tage mit zum Strand gehen und Eis essen verbracht. Ausserdem habe ich einen Indonesier am Strand kennengelernt, der mir angeboten hat mich nach Tanah Lot und noch einem weiteren Tempel zu fahren. Gesagt getan... am nächsten Tag sind wir mit seinem Moped durch Bali getourt und haben uns Tempel angeschaut, was wirklich schön war.
Nach ein paar Tagen hatten Gintas, Lea, Steffi, Denise und ich dann aber genug von Kuta und wir haben uns mit gemieteten Mopeds auf den Weg nach Norden gemacht.
Zuerst ging es nochmal nach Tanah Lot, was die anderen auch noch mal sehen wollten. Ich habe es aber vorgezogen draussen zu bleiben, da ich ja schon am Vortag dort war. Danach haben wir uns wieder auf den Weg in Richtung Bedugul gemacht, was wir dann auch am nächsten Tag erreicht haben, nachdem wir am Abend vorher verzweifelt im Dunkeln nach einer Unterkunft gesucht haben, die wir dann glücklicherweise auch noch gefunden haben.
Am Tag darauf haben wir es dann endlich bis nach Bedugul geschafft, wo uns erst einmal ein Kaelteschock erwartete... wer ahnt denn auch, dass es in den Bergen kaelter als am Strand von Kuta ist ;P. Tagsueber konnte man aber trotzdem ein Shirt tragen, nur nachts haben wie zum ersten mal wirklich eine Decke gebraucht. Die Morgendusche ist ebenfalls ausgefallen, da es natuerlich kein warmes Wasser gab. Abgesehen von der Kaelte war es aber wirklich schoen. Wir haben einen riesigen botanischen Garten und einen Tempel (der ist uebrigens auf den 50.000 Rupiah-Scheinen abgebildet) besichtigt. Ausserdem lag unser Hotel direkt am See und wir konnten einen wunderschoenen Sonnenuntergang bewundern.
Den naechsten Tag haben wir groesstenteils in irgendwelchen Cafes oder Restaurants am Strassenrand verbracht, da wir auf der Strecke 3mal vom Regen ueberrascht wurden, bis wir Lovina erreichten. Dabei hatten wir auch eine interessante Begegnung mit einer Hindu, die uns allen ein gutes Karma bescheinigte.
Am Nachmittag sind wir dann endlich in Lovina angekommen und wir haben auch ein schickes Hotel mit Pool und Dusche mit offenem Dach gefunden... super genial, man konnte beim Duschen Sternegucken!!! Den Abend haben wir am Strand verbracht, wo die Sonne mit einem nicht enden wollendem Sonnenuntergang mit Blick auf kleine Boote und die Berge von Java protzte. Das war wohl auch einer der Gruende, warum wir noch einen weiteren Tag in Lovina blieben, an dem ich morgens erst einmal ausgeschlafen habe, nachdem wir die Tage voher immer recht frueh aufgebrochen sind. Ausserdem habe ich mich beim `Souvenir-fuer-meine-Kids-kaufen` mal im Handeln geuebt und es tatsaechlich geschafft den Ausgangspreis von 20.000Rp fuer eine Kette auf 100.000Rp fuer 35 Ketten runterzuhandeln :D
Den naechsten Morgen sind wir aber umso frueher (6Uhr) aufgebrochen, weshalb wir zu meinem bedauern das Fruehstueck (Bananapancakes) verpasst haben. Dafuer sind wir dann aber auch schon am fruehen Nachmittag, nach 3 Reifenpannen, wieder in Kuta angekommen.
Dort bin ich dann nur noch eine Nacht, in der ich es endlich geschafft habe das Nachtleben auf Bali kennenzulernen (war aber nicht so mein Fall, zu laut und nicht mein Musikgeschmack), geblieben, weil ich mich relativ spontan dazu entschieden habe, fuer Idul Fitri zurueck nach Semarang zu fahren, um es mit meinen Kindern zu feiern. Deshalb ging dann auch um 20.00h, nachdem ich 3Stunden auf ihn gewartet hatte, mein Bus. In diesem verbrachte ich dann die naechsten 22Stunden bis ich puenktlich zum Buka Puasa in meinem Waisenhaus ankam.

Universität

wow, ist es wirklich schon so lange her, dass ich das letzte Mal in meinen Blog geschrieben habe?? Es kommt mir wie gestern vor und es graut mir jetzt schon vor den Blasen an meinen Fingern, die ich haben werde, nachdem ich von all den Sachen, die ich erlebt habe, in meinem Blog berichtet habe.
Nachdem ich aus Yogya zurückkam bin ich am Montag nach dem Mondaymeeting mit Binuri zur Uni gefahren, wo ich demnächst als Speakingpartner für die Studenten arbeiten werde. Dort wurden mir erstmal ein paar Lehrer vorgestellt und ein vorläufiger Stundenplan erstellt... dieser wurde jedoch gleich wieder am Mittwoch geändert, als ich das zweite Mal insgesamt und das erste Mal alleine zur Uni gefahren bin. Am Mittwoch bin ich dann auch gleich mal mit in den Unterricht einer Erstsemesterklasse mitgekommen, was wirklich super viel Spaß gemacht hat, obwohl ich mal wieder 1000 Fragen über mich, Deutschland und Fussball beantworten durfte. Dabei hat sich dann auch herausgestellt, dass es wirklich einen Jungen in der Klasse gab, der vor mir noch nie einen Ausländer gesehen hat. Außerdem gab es ein kleines Rollenspiel, bei dem ich einen ersten Eindruck von dem Englisch der Studenten bekommen habe. Es entspricht ungefähr dem Level von 10 Klässlern bei uns, was einen aber nicht mehr wundert, wenn man weiss, dass es hier so gut wie gar keine Ausländer/Native Speaker gibt und das Englischniveau der Lehrer an den Schulen hier oft sehr tief ist. Mit vielen Lehrern konnte ich gerade mal ein bisschen Smalltalk mit dreimal nachfragen wegen der Aussprache halten. Zum Glück sprechen die Lehrer an den Unis ein besseres Englisch, wobei aber immer noch oft Fehler gemacht werden.
Auf jeden Fall habe ich bei dem Projekt ein gutes Gefühl, weil ich denke, dass es dort wirklich etwas für mich zu tun gibt. Ausserdem gibt es einen weiteren Vorteil. Mir wurde nämlich angeboten auch mal in die Vorlesungen der höheren Semester reinzuschnuppern und ich kann mir so ziemlich jeden Kurs aussuchen, der mir gefällt... was ich natürlich liebend gerne tun werde.
Am Freitag war ich dann das dritte Mal an der Uni und ich habe den dritten vorläufigen Stundenplan erstellt (willkommen in Indonesien). Ich bin ja wirklich gespannt was jetzt letztendlich dabei herauskommen wird, aber irgendwie klappt es hier am Ende doch immer. Eigentlich wollte ich auch noch in eine Klasse, was aber leider nicht geklappt hat, weshalb ich mich dann auch relativ früh wieder auf die Socken gemacht habe um mir in Simpang Lima ein Eis zu besorgen :D