Freitag, 30. Januar 2009

Schlangen und andere ungebetene Besucher

"Ada ularnya di dalam kamarku?!" - WAS? Ich hatte gehofft, dass Setya, einer der Jungs aus meinem Waisenhaus, mich nur veraeppeln wollte, als er mir nachts um 11 sagte ich haette eine Schlange in meinem Zimmer. Als er nach mehrmaligen Nachfragen aber immer noch darauf bestang wurde mir etwas mulmig zumute... also bin ich ins Zimmer gestratzt, wo jedoch nichts mehr zu finden war. Nur leider hat mich das eher beunruhigt, als wenn ich sie noch gesehen haette. Die Schlange aus dem Zimmer zu schmeissen waere naemlich kein Problem gewesen, aber so blieb die Ungewissheit, ob ich am naechsten morgen nun mit einer Schlange auf dem Gesicht aufwachen wuerde oder sie mir aus dem Kleiderschrank entgegenspringt. Dementsprechend schlecht habe ich dann auch geschlafen, aber zum Glueck hat sie sich nicht mehr blicken lassen... die Jungs hatten mich am abend auch schon damit beruhigen wollen, dass die Schlange bestimmt schon ein Stockwerk tiefer ins Maedchenzimmer geschlaengelt ist, sehr beruhigent!









(indonesische Regenzeit... da darf man auf dem Rueckweg vom Internetcafe schonmal seine Schwimmsachen auspacken)

Der naechste Besuch, den ich bekam, war zum Glueck menschlich aber wirklich gefreut habe ich mich ueber ihn auch wieder nicht. Ich habe ja schon oefter ueber das Interesse der Indonesier an Auslaendern berichtet, aber diesmal wurde nochmal einer draufgesetzt. Daran, dass mir auf der Strasse staendig hinterhergerufen wird, habe ich mich schon halbwegs gewoehnt, aber gestern standen auf einmal 3 Schulkinder in meiner Internetkabine und wollten mit mir Englisch ueben. Da diese Kabinen aber gerade mal genug fuer EINEN Europaer (ok vielleicht einen 3/4 Europaer ,da ich mich schon ein bisschen quetschen muss), oder ZWEI Asiaten bietet koennt ihr meine Verwunderung sicher verstehen. Geschlagene 10 Minuten war ich beschaeftigt die Kiddies auf einigermassen freundliche Weise aus der Kabine zu schmeissen, ohne ihnen auch noch meine Handynummer geben zu muessen.
Erfreuliches gibt es aber auch. Die Mauern des neuen Gebaeudes stehen schon zur haelfte und es geht wirklich zuegig voran und ich muss noch nicht mal staendig hinterherfragen, wie beim Badezimmer, sondern es passiert alles ganz von alleine. Die Kinder sind in ihrer Freizeit jetzt auch fleissig am Steine schleppen.









Ach ja, ich bin jetzt uebrigens schon die Haelfte meiner Zeit hier... unglaublich wie schnell alles geht. In sechs Monaten bin ich schon wieder im kalten Deutschland!

Sonntag, 25. Januar 2009

Wirtschaftsgebaeude

Der Alltag hat mich wieder. Der Unterricht laeuft weiter wie gewohnt und von der Uni gibt es immer noch nichts neues. Dafuer war ich aber letzten Donnerstag an einer Schule und habe beim Englischunterricht geholfen. Ausnahmsweise musste ich mich nicht 30min lang vorstellen, weshalb es mir sogar wirklich Spass gemacht hat. Vielleicht werde ich diese Woche wieder hingehen, ich muss nochmal mit dem Schulleiter reden. Des Weiteren habe ich jetzt auch angefangen einem Freund von mir Deutschunterricht zu geben.
Ausserdem wurde mit dem Bau des neuen Wirtschaftsgebaeudes begonnen, weshalb es in meiner Freizeit ans Steineschleppen ging. Den Grundriss kann man schon erkennen und ich bin wirklich gespannt wie lange es dauert bis es fertig ist und ob es wirklich komplett fertig wird, waehrend ich noch hier bin. Es wird naemlich auch von den Spenden finanziert, jedoch werden diese wohl nicht reichen um es ganz fertig zu stellen. Von daher werden erst einmal die Aussenmauern und das Dach gebaut. Danach kommt die Kueche hinein und falls dann noch Geld da sein sollte, wird mit dem Innenaussbau weitergemacht (das Gebaeude soll noch Toiletten und einen weiteren Raum fuer die Kinder beinhalten). So wird das Ganze dann Stueck fuer Stueck weitergebaut, je nachdem ob das Waisenhaus gerade eine Spende erhalten hat oder nicht.
Ach ja, ich habe jetzt auch ein Rueckflugdatum. Am 27. Juli geht fuer mich der Flieger nach Deutschland... schon komisch, wenn man bedenkt, dass die Haelfte meiner Zeit hier fast um ist.
Ansonsten war ich letztes Wochenende mit Freunden zu meiner Contact Person nach Hause eingeladen. Wir sind zusammen in ein Eisenbahnmuseum (die Loks kamen natuerlich aus Deutschland) und danach in ein Fischrestaurant gegangen. Dort konnte man sich erst seine Fische aus grossen Pools selbst fangen und sie dann zum kochen abgeben... frischer geht es wirklich nicht!

Da lebte der Fisch noch...









...und hier lag er schon gegrillt auf dem Teller - hmm, lecker!!!









Die Kinder am schlafen... wenns drinnen zu voll oder zu warm wird, gehen sie halt nach draussen.

Montag, 12. Januar 2009

IIWC Anniversary und Skorpione im Office

Nach den Ferien laeuft hier in Semarang eigentlich alles wieder seinen gewohnten Gang. Mondaymeetings, unterrichten und weiterhin auf den Beginn des Englisch speaking clubs an der Uni warten. Da das nicht besonders viel ist und auf die Dauer wohl etwas langweilig wird, gibt es an den Wochenenden noch extra Aktivitaeten.
So kam es, dass ich am Samstag zum 9. Geburtstag meiner indonesischen Organisation IIWC gegangen bin und mein Projekt vorstellen durfte/sollte/musste. Ausserdem war ich von meiner Kontaktperson in sein Haus eingeladen worden und an der Uni gab es einen Englischday, was fuer mich aber dank des Geburtstages ausfiel. Am Sonntag hatte eine Highschool ein Projekt im Waisenhaus, bei dem ich auch geholfen habe. Sie haben verschiedene Spiele mit den Kindern gespielt und es gab kleinere Wettbewerbe (ein Glueck, dass ich beim "am-aufgeraeumtesten-Raum"-Contest mit in der Jury war und mein Zimmer daher nicht bewertet wurde).
Als ich dann abends gemuetlich vor dem Office des Waisenhauses sass, durfte ich ein neues Mitglied meines indonesischen Dorfzoos kennenlernen. Padin, der Waisenhausleiter, kam mir naemlich mit einem leider kuerzlich verstorbenem Skorpion entgegen, den er im Office, in dem ich noch 15 Minuten vorher Tv geschaut hatte, gefunden hatte. Als ob die Ratten in der Kueche, die Kakerlaken im Bad, die Huehner auf dem Baum, die Schafe und Ziegen als Nachbarn, die Froesche in der Auffahrt und die Moskitos im Zimmer nicht schon reichen wuerden - nein, es muss natuerlich auch noch ein Skorpion im Office sein (ach ja, der Kommentar von meinem Freund war nur: "der ist doch klein im Vergleich zu den anderen, die ich hier schon gesehen habe" ... WIE BITTE, DAVON GIBTS HIER NOCH MEHR???!!!!).
Montag bin ich dann nach dem Meeting mit Ismi von IIWC an die Highschool gefahren und habe mit den Schuelern Muell gesammelt und Baeume gepflanzt. Ausserdem durfte ich ueber das Umweltbewusstsein und das Muell-wegwerf-Verhalten der Deutschen berichten... zum Glueck lief wenigstens das ohne Beteiligung exotischer Tiere ab...
Ach ja, heute ist uebrigens das Bad fertig geworden. Es sieht super aus! Fotos stelle ich demnaechst ins Internet.

Hier sind die `Nachher`-Bilder:


Montag, 5. Januar 2009

Froehliche Weihnachten und Prost Neujahr!!!

Ich hoffe ihr hattet alle ein frohes Fest und einen guten Rutschns Neue Jahr 2009!!! Bei mir ging es am Heiligabend recht beschaulich zu. Nachdem ich den Vormittag im Warung verbracht hatte, habe ich abends fuer die Kinder des Waisenhauses Suessigkeiten besorgt und wir haben zusammen so viele Kekse wie moeglich in uns reingestopft.
Ausserdem wurde ich von einem Freund eingeladen Sylvester mit ihm und seiner Familie in Jakarta zu verbringen und da ich sonst noch keine Plaene hatte, habe ich spontan zugesagt. Am naechsten Tag gab es endlich einen Termin fuer die Renovierung des Badezimmers. Am 29.12.08 sollte es losgehen und so kam es, dass ich, bevor es am 26.12. abends in den Bus nach Jakarta ging, am Vormittag des 2. Weihnachtstages Fliesen aussuchen gegangen bin und mich erfolgreich gegen ein blaues Klo gewehrt habe.
Am 27. kamen Matsu und ich nach einer ziemlich kuzen Nacht in einem ziemlich ungemuetlichem Bus mit ziemlich unfreundlichem Personal ziemlich muede in Jakarta an... und daher hiess es nach der Ankunft erst einmal SCHLAFEN!
Am naechsten Morgen ging es dann frisch und ausgeruht mit der ganzen Familie in einen Freizeitpark, wo man eine Miniaturversion von Indonesien, traditionelle Haeuser von allen moeglichen Inseln des Landes, andere kulturelle Gegenstaende und alte Kleidung bewundern konnte. Ich war wirklich begeistert von dem Park und das eine oder andere Eis hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt!
In den naechsten Tagen war ich unter anderem auf einer traditionellen Hochzeit, in verschiedenen Shoppingmalls, zu Fuss die Umgebung erkunden, in einem Safaripark, wo man Loewen, Tiger, Giraffen und andere exotische Tiere bestaunen koennt, am `Monas` Monument, bei Wasserspielen und in so ziemlich jedem Geschaeft in Jakarta, in dem es Eis zu kaufen gibt.
Sylvester war jedoch relativ unspektakulaer, da Matsu und ich bis um 12Uhr Harry Potter geschaut haben und danach aufs Dach geklettert sind um das Feuerwerk anzuschauen. Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass es in Jakarta viele Raketen geben wuerde, aber letztendlich gab es nicht wirklich viel zu sehen.
Mir hat die Zeit in Jakarta aber trotzdem super gefallen, vor allem weil Matsus Familie wirklich total nett ist und wir viel Spass zusammen hatten.
Am 4. Januar ging es dann mit dem Nachtzug zurueck nach Semarang, wo ich heute morgen um 3Uhr angekommen bin. Daraufhin haette ich mich am liebsten wieder schlafen gelegt, da sich meine Nachtruhe bis dahin auf eine knappe halbe Stunde beschraenkt hat, aber da wir ausgerechnet an einem Montag zurueckkommen mussten hiess es statt `ab ins Bett`, `ab ins Office`. Jedoch habe ich vorher einen Blick auf das neue Badezimmer werfen koennen, und obwohl es noch nicht fertig ist, sieht es doch schon viel besser als vorher aus, oder etwa nicht???

Vorher/ Nachher

Montag, 22. Dezember 2008

"Vorweihnachtszeit"

Die Zeit der Weihnachtsmaerkte, des Gluehweins und des Geschenke-einkaufen-Stress' sah bei mir in der letzten Woche in etwa so aus:
Am Montag war ich im Office um ueber das Fliesen des Badezimmers zu reden und meinen Rueckflug nach Deutschland umzubuchen (als ich hierherkam gab es noch keine Fluege fuer Juli/August). Nachdem ich 3 verschiedene Nummern angerufen hatte und ich dann gefragt wurde welche Art von Ticket ich haette ("eins aus Papier natuerlich!"), was ich natuerlich nicht wusste, habe ich das umbuchen aber erst einmal verschoben. Spaeter bin ich dann nach Simpang Lima gefahren um meine Weihnachtspost zu verschicken, wo ich einen der Studenten von Ikip PGRI ("meiner" Uni) getroffen habe. Zufaellig ist er sogar im Komittee des English Speaking Clubs, der vor 2 Wochen eroeffnet wurde (und bei dessen Eroeffnungsfeier ich eine Rede improvisieren durfte, da meine stundenlang vorbereitete Powerpoint Praesentation nicht funktioniert hat... ich hatte vorher extra nochmal nachgefragt, ob man sie abspielen kann oder nicht: "jaja, kein Problem" --- Indonesien halt). Auf jeden Fall habe ich den Studenten erst einmal gefragt, wann der Club denn jetzt stattfindet, da es vorher noch keinen festen Termin gab und ich gerne teilnehmen wuerde... ihr habt es euch sicher schon gedacht, natuerlich gibt es noch keinen Termin!
Dienstag bin ich mit in die Schule eines der Kinder gegangen (aber eine andere als die, in der ich schon war). Nach einer viel zu kurzen Nacht, bin ich um 6.30h abgeholt worden. In der Schule durfte ich mich erst einmal 20 Schulern vorstellen, bis ich dann im Lehrerzimmer das gesamte Kollegium kennen gelernt habe und mich mit jedem einzeilnen kurz unterhalten durfte/musste. Da ich es ja so liebe mich 25 Leuten einzelnd vorzustellen und mindestens 30 mal meinen Namen, mein Alter und woher ich komme etc zu sagen, war ich natuerlich begeistert als es nach der Vorstellrunde im Lehrerzimmer in JEDE!!! Klasse der Schule ging und ich mich in jeder Klasse noch einmal 10 Minuten lang vorstellen durfte. Als ich gegen 11Uhr und nach 450 Schuelern wieder zuhause war, war ich so kaputt, dass ich den Rest des Tages durchgeschlafen habe. Auf die Frage, ob ich von nun an jede Woche in diese Schule moechte, habe ich uebrigens mit NEIN geantwortet. Ich kann es zwar verstehen, dass die Leute es hier toll finden einen Auslaender zu sehen mit dem sie ihr Englisch ueben koennen, aber gleich so einen Vorstellzirkus zu veranstalten ist doch wirklich etwas uebertrieben.
Mittwoch habe ich immer noch die Nachwirkungen von Dienstag gespuert und habe die meiste Zeit, abgesehen von meinem Englischunterricht, schlafend, essend oder lesend verbracht. Ausserdem haben die Kinder an diesem Tag ca. 10 Trommeln bekommen und sind seitdem in jeder freien (und in den eigentlich auch nicht freien) Minuten am Musikmachen... (und ich denke seitdem mindestens 3mal am Tag: "warum sind es keine Triangeln oder Klangeier... warum ausgerechnet Trommeln!")
Donnerstag bin ich wieder ins Office gefahren um endlich meinen Flug umzubuchen und noch ein paar Sachen fuer das Badezimmer und die Ferien abzuklaeren.
Freitag wollte ich mich eigentlich mit meiner Contact Person Rizal treffen, aber er ist leider krank geworden, weshalb ich stattdessen mit Sukro aus meinem Waisenhaus "jalan-jalan" (Das ist das nuetzlichste indonesische Wort, weils es einfach mal nichts aussagt ausser, dass man irgendwo hingeht und irgenwas macht. Das kann einkaufen, spazierengehen, Sport treiben oder sonstwas sein aber in einem Land, wo man staendig gefragt wird, wo man hinmoechte und nicht 100mal erklaeren will, dass man nur etwas essen und nach nem neuen Shirt schauen moechte, sagt man einfach: jalan-jalan!) gegangen bin.
Samstagmorgen habe ich mir das 3. paar Flipflops in 4,5 Monaten gekauft, da meine alten (eigentlich noch relativ neuen Schuhe) mal wieder kaputt waren. Eine weitere indonesische Eigenheit ist naemlich das Schuhe ungefragt ausleihen. Wenn man mal eben aufs Klo geht, zieht sich jeder einfach das naechste paar Schuhe an, ganz gleich wem es gehoert. Von daher ist es mir schon oefter passiert, dass ich irgendwohin musste und vorher erstmal Fliflops suchen durfte. Nachmittags habe ich mein neues paar Maennerschuhe (es gibt hier wunderschoene Schuhe fuer Frauen, die super guenstig sind, aber leider 3 Nummern zu klein) dann in die Masjid Agung ausgefuehrt. Das ist eine der groessten Moscheen in Indonesien und ich bin mit einem Freund von mir (Matsu) dorthin gefahren. Spaeter habe ich dann noch Liquid (das ist ihr richtiger Name!) kennen gelernt und wir waren zusammen essen. Ich hatte den ersten richtig entspannten Abend seit langem und als wir spaeter auch noch einen Tischkicker entdeckten, hat das dem Abend noch die Krone aufgesetzt!
Sonntag ist Hiske, eine hollaendische Freiwillige, zu mir ins Waisenhaus gekommen und hat sich das Projekt angeschaut. Die Maedels haben uns natuerlich gleich dazu verdonnert mit ihnen zu spielen, obwohl keine von uns beiden die Regeln verstanden hat. Nach ca. 10min hat mir Hiske dann gesagt: "du, ich glaube wir sind in verschiedenen Teams" :D Aber wir hatten trotzdem Spass.
Heute hat es mich dann auf meine erste Javanesische Hochzeit verschlagen. Obwohl ich nur kurze Zeit bleiben konnte, war es trotzdem beeindruckend. Alles war mit Blumen geschmueckt und es wurde ein riesiges Zelt mitten auf der Strasse aufgebaut (hier sind Hochzeiten wichtiger als der Verkehr und es kommt hier haeufig vor, dass man eine Strasse nicht befahren kann, weil "mal wieder" geheiratet wird). Das Brautkleid war ein Kunstwerk an sich und wurde nur von der mit Blumen geschmueckten Frisur getoppt... ich war so begeistert, dass ich ganz vergessen habe Fotos zu machen.
Ach ja, seit heute sind hier uebrigens Ferien. Bis jetzt habe ich aber noch keine besonderen Plaene, ausser den Waisenhausleiter solange "weiterzunerven" bis das Bad gefliest wird (wenn ich alles richtig verstanden habe, sind die Fliesenleger im Moment ziemlich beschaeftigt, aber ich kann leider nicht selbst mit ihnen reden, weil mein Indonesisch dafuer noch nicht reicht und ich aus Auslaender den doppelten Preis zahlen muesste). Mal schauen, ob es schon vor Neujahr soweit ist.
Ansonsten wuensche ich allen FROEHLICHE WEIHNACHTEN!!!!!!!!!!!!!!

Samstag, 13. Dezember 2008

Besuch aus Japan/ Idul Adha

Als ich freitagnacht im Waisenhaus ankam, habe ich Haruka getroffen. Sie war zwei Tage zuvor aus Japan gekommen, da sie eine Woche lang als Freiwillige in Fatimatuzzahro arbeiten wollte. Da sie nicht viel Zeit hatte, haben wir in diese eine Woche so viele Aktionen wie moeglich gestopft.
(der Wochenplan)
Samstag haben wir groesstenteils mit den Vorbereitungen fuer die Schnitzeljagd am Sonntag verbracht. Es gab 5 Teams mit 2-3 Kindern und 5 Stationen an denen zB Raetsel auf Englisch oder Japanisch geloest werden mussten oder Wasser mit einem Handtuch von einem Eimer in den anderen gefuellt wurde (das war meine Station!). Die Kinder waren ganz begeistert dabei und alle hatten viel Spass!
Am Montag war Idul Adha, ein muslimischer Feiertag an dem Ziegen, Kuehe und Schafe geschlachtet wurden und das Fleisch dann an aermere Leute in der Nachbarschaft verteilt wird. Das fuehrte dazu, dass es die naechsten 4 Tage bei uns 3mal am Tag Fleisch gab... (nach dem 2. Tag habe ich "gestreikt" und mich von dem gerade aus Deutschland angekommenem Schwarzbrot und Nudelsuppe ernaehrt).

Ausserdem haben wir am Montag begonnen ein Video vom Waisenhaus zu drehen. Den Dienstag haben wir ebenfalls mit filmen verbracht und abends haben Haruka und ich Englisch und Japanisch unterrichtet (meine abendlichen Unterrichtsstunden liefen in dieser Wocher 4sprachig ab... Englisch, Japanisch, Indonesisch und Javanesisch). Ich bin mal gespannt wie das Video wird, wenn es fertig ist... wenn es nicht zu peinlich ist stelle ich es vielleicht ins Internet.
Fuer Mittwoch war eigentlich geplant den Kindern Englische und Japanische Lieder beizubringen, was wir letztendlich aber doch gelassen haben, da es etwas zu schwierig geworden waere. Stattdessen haben wir zusammen gemahlt und Origami gebastelt. Ich habe mir uebrigens einen Weihnachtsbaum gemahlt, damit wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommt... nja bei 30grad C in einem muslimischen Waisenhaus ist es halt ein bisschen schwieriger mit dem Weihnachten feiern. Aber jetzt habe ich ja wenigstens mein Weihnachtsbaumplakat... sogar mit aufgemahlten Geschenken!
Donnerstag war schon Harukas letzter Tag und es gab eine kleine Abschiedsfeier.
Freitag musste ich ins Office um das "Mondaymeeting", das wegen Idul Adha ausgefallen war, nachzuholen. Dort habe ich es dann auch endlich mal wieder ins Internet geschafft und ich habe von den vielen Spenden erfahren... WOW! Seitdem bin wieder ordentlich am planen und am ueberlegen, was als naechstes am Waisenhaus gemacht werden soll... im Moment bin ich also ordentlich beschaeftigt. Es gibt so viele Dinge zu tun, dass ich mir jetzt eine to-do Liste ins Zimmer gehaengt habe, aber irgendwie scheint sie immer laenger anstatt kuerzer zu werden.
Dieses Wochenende war es zB. mit dem Waisenhauschef ueber das workcamp sprechen (ich habe ohne Uebersetzer auf Indonesisch geschafft, juhuu!) (1h), Weihnachtspost schreiben (2h), Waesche waschen (2,5h), nach Deutschland telefonieren (2h), meinen Blog erneuern (4h), einkaufen (30min), Fotos vom Waisenhaus fuer den Blog machen (ging noch nicht, weil die Batterien alle sind), Zimmer aufraeumen (30min)... und in der Zwischenzeit Indonesisch lernen.

Nachtrag: So, die Fotos fuer den Blog sind jetzt auch gemacht... ihr koennt jetzt mein oft beschriebenes und absolut einzigartiges Luxus-Klo bewundern!^^

Regenwald

Nachdem wir Kuala Lumpur etwas spaeter als geplant verlassen hatten, ging es erstmal nach Jerantut, von wo aus man mit einem anderen Bus nach Taman Negara (Nationalpark mit einem der aeltesten Regenwaelder der Welt) fahren kann. Leider hatten wir diesen Bus verpasst, weshalb wir eine Nacht in Jerantut verbringen mussten. Im Nachhinein bin ich aber ganz froh darueber, da ich in dem Hostel dort zum ersten Mal seit Monaten wieder warm duschen konnte. Ausserdem habe ich an diesem Abend meine erste Kobra auf der Strasse gesehen!

Am naechsten Morgen sind wir endlich zum Dschungel gefahren, wobei ich mich auf der Busstrecke dorthin schon wie im Regenwald gefuehlt habe, da man teilweise nichts als Baeume und ein bisschen Strasse sah. Nachdem uns der Bus ca. 100m vor Taman Negara abgesetzt hatte und uns nur noch ein Fluss vom Dschungel trennte, haben wir uns erst einmal auf Hostelsuche begeben, die jedoch relativ schnell in einem kleinen Dormitory endete. Es war zwar recht stickig (kein Wunder wenn man mit 6 Leuten in einem kleinen Zimmer schlaeft), aber der Preis von 10 Ringgit (ca. 2,5Euro) war einfach zu verlockend.

Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten ging es auch gleich schon via Boot ueber den Fluss in den Regenwald, wo wir uns auf kleinen Trampelpfaden den "Bukit Teresek" erklommen haben. Bukit heisst uebrigens Huegel, aber nachdem ich 1,5 Stunden lang ueber Baumwurzeln gestolpert bin, Termiten meine Beine hochgeklettert sind, ich eine weitere Schlange sehen durfte und der Gipfel immer noch nicht in Sicht war, wuerde ich ihn eher als Gebirge bezeichen. Als es auf dem Rueckweg dann schon zu daemmern anfing und meine Begleiter es unglaublich lustig fanden mich auf die Tiger im Taman Negara hinzuweisen, daempfte sich meine Begeisterung fuer den Regenwald etwas... aber als wir dann anschliessend am anderen Flussufer in einem schwimmenden Restaurant sassen und thailandische Tom Yam Suppe verspeisten, waren die Strapatzen schon wieder vergessen.
Am naechsten Tag ging es auf den "Canopy Walk" und wir sind auf Haengebruecken in den Baumkronen spazierengegangen. Die Aussicht war wunderschoen! Ansonsten habe ich aber nicht viel gemacht, da die Aussicht auf ein Nickerchen bei der Hitze einfach verlockender war, als auf den "Bukit Indah" zu steigen... ausserdem war mir nach dem vorherigen Tag alles was mit "Bukit" beginnt sowieso suspekt.
Am naechsten Morgen sind wir auch schon zurueck nach Kuala Lumpur gefahren um uns an unserem letzten Tag mit Freunden von Marlene zu treffen und noch etwas Grossstadt zu geniesen, bevor es am Freitagmittag mit neuem Visum zurueck nach Indonesien ging.