Mittwoch, 15. April 2009

Neue Fotos vom Haus... es wird gefliest!

Langsam nimmt das neue Gebaeude formen an und man kann langsam erahnen wie es spaeter (nja jetzt duerfte es nicht mehr lange dauern, hoffentlich) aussehen wird. Das neue Bad (Foto Nr.4) ist schon fertig gefliest und im Flur (Foto Nr.3) und der Kueche wurde gestern angefangen. Ausserdem kam gestern ein Vordach (Foto 1+2) dazu.
Die Waende sind auch schon verputzt und muessen jetzt nur noch gestrichen werden... worauf ich mich ganz besonders freue. Ich bin schon die ganze Zeit am ueberlegen, welche Farbe wohl am besten passen wuerde -hmm, vielleicht gelb?! Mal schauen, noch ist ja nicht fertig gefliest.
Ansonsten gibt es aber nicht so viel Neues. Der Unterricht laeuft normal weiter. Das Einzige, das aus der Reihe faellt, ist die Middleevaluation, die von Montag bis Freitag gehen soll. Dort werden dann saemtliche Projekte und eventuell aufgetauchte Probleme besprochen. Ausserdem nehmen neben den Freiwilligen auch Representanten der Projekte daran teil. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, denn es wir bestimmt interessant jetzt mal Leute von den anderen Projekten kennenzulernen, da ich ja zB. von den Freiwilligen in Pekalongan nur einmal im Monat was sehe und von daher eigentlich nicht viel ueber deren Arbeit dort weiss. Ausserdem ist es immer ein schoenes Aha-Erlebnis, wenn man ein paar Tage nicht im Waisenhaus war und dann ploetzlich die Fortschritte beim Hausbau sieht...

Freitag, 10. April 2009

Jakarta - Bangkok und zurueck

Tja, was soll ich ueber Bangkok schreiben... am 2. April bin ich mit Gintas abends in Bangkok angekommen und wir haben uns direkt in der bekanntesten Touristrasse (Khao sarn road, oder so aehnlich) ein guenstiges Hostel gesucht. Dort haben wir uns durch die Massen von haeufig angetrunkenen Touristen gekaempft und sind letztendlich im 4. Stock eines Haus ohne Aufzug gelandet und durften erstmal unsere Sachen hochschleppen. Das war aber noch ganz ok im Vergleich zu der Nacht, die uns bevorstand... ich habe vielleciht 3 Stunden geschlafen und den Rest der Zeit hat mich entweder die Hitze oder die Schwaerme von Moskitos die mich hungrig umkreisten wach gehalten.
Am naechsten Morgen haben wir uns dann fuer immer aus diesem Hostel und der Strasse verabschiedet und sind direkt zur Indonesischen Botschaft um unser Visum zu beantragen. Am 7.April koennten wir es abholen. Das bedeutete soviel wie irgendwie die naechsten 4 Tage in dieser Stadt, deren erster Eindruck -nett ausgedrueckt- weniger positiv war, rumzukriegen. Gintas hatte sich im uebrigen gleich nach dem Botschaftsbesuch ins Krankenhaus verabschiedet. Der Aermste hatte sich Dengue Fieber eingefangen.
Was macht man also, wenn man alleine in Bangkok ist und man fruehestens in 4 Tagen "fluechten" kann?? -man ruft einen thailaendischen Kumpel an, den man vor 3 Jahren das letzte Mal gesehen hat, und laesst sich von ihm die Stadt zeigen. Meine Rettung heisst Neil und er war Austauschschueler an der selben Schule wie ich. Dank ihm habe ich die naechsten Tage in Bangkok relativ gut rumgekriegt, bis ich mich am 7., nachdem ich an der Botschaft war, direkt in den Bus zum Flughafen gesetzt habe und den ersten Flieger zurueck nach hause genommen habe.
In Jakarta erwartete mich dann die naechste Ueberraschung. Als am Flughafen ein Angestellter etwas zu freundlich laechelnd auf mich zukam und mich mit Miss Anna ansprach, hatte ich schon so eine Ahnung, dass gleich irgendetwas passieren wuerde. Und wirklich, in seinem naechstSatz kamen neben mindestens 4mal dem Wort "Entschuldigung" auch so etwas wie "Ihr Gepaeck ist im Moment leider auf dem Weg nach CHINA" vor! Na herzlichen Glueckwunsch... aber wenigstens wurden mr aus den ehemals verloren gegangenen und nie abgeholten Koffer eine Hose und 2 Shirts zusammen gesucht, damit ich wenigstens die naechsten Tage nicht nackt durch die Gegend laufen muss. Nach dieser Aktion hiess es dann 5 Stunden auf den Bus zum Bahnhof warten und dann 6 Sten unden Zugfahrt zurueck nach Semarang, wo ich dann am naechsten Tag gegen Mittag ankam.

Bilder aus Bangkok...

Freitag, 3. April 2009

Zurueck bei der Arbeit

Nach den 2 Wochen Urlaub mit Papa, ging es frisch gestaerkt in die naechsten 2 Arbeitswochen, bevor die naechste Visumsverlaengerung anstand.
Diese 2 Wochen begannen erst einmal mit einem Umzug. Nachdem ich 8 Monate ausschliesslich im Waisenhaus gewohnt habe, werde ich ab jetzt nur an meinen Unterrichtstagen dort sein und an meinen freien (Donnerstag bis Sonntagmittag; nja fast frei, da ich Freitag ja noch deutsch unterrichte) Tagen in einem Boarding house mit einer anderen Freiwilligen zusammen wohnen. Das hat folgende Vorteile; ich habe mehr Gesellschaft, bin nicht mehr so abgeschnitten, habe eine bessere Verkehrsanbindung, habe endlich wieder so etwas wie Privatsphaere und ich wohne nur einen Bus vom Office und der Uni UNDIP (wo ich deutsch unterrichte) weg.
Ansonsten ist aber mit meinem Unterricht von der Stundenanzahl alles beim alten geblieben, obwohl ich im Moment versuche die langsam nachlassende Englischlernmotivation wiederzuerwecken. Nachdem es vor den Ferien ein kleines tief gab, geht es jetzt aber wieder besser zu, dank Lehrtips von den anderen Freiwilligen.
Die Deutschstunden in UNDIP laufen auch wie gewohnt weiter und an der Schule war ich ebenfalls wieder. Erstaunlicherweise habe ich letzte Woche sogar mal wieder seiht einer Ewigkeit etwas von der Uni IKIP gehoehrt. Es gab einen English speech contest dort und ich wurde gebeten am Samstag mit in der Jury zu sitzen. So kam also, dass ich mir von 8.00morgens bis um 15.00Uhr nachmittags ca. 30 anhoeren durfte und dafuer dann auch noch Noten vergeben musste. Es war schon komisch, die Highschool Schueler beim Redehalten zuzusehen, vor allem wenn man bedenkt, dass ich dort vor einem Jahr auch noch haette stehen koennen aber jetzt stattdessen in der Jury sitze. Aber Spass gemacht hat es trotzdem (zumindest die meiste Zeit ueber).
Mit dem neuen Gebaeude geht es auch weiter. Die Fliesen fuer die Kueche wurden schon gekauft und jetzt muss nur noch das Bad zuende gemauert werden, bis es mit dem Fliesen losgehen kann.
Mal schauen, ob sie schon verlegt sind, wenn ich von meinem Visum-Erneuerungs-Trip nach Thailand zurueckkomme. Am 2.April ist naemlich mein Visum ausgelaufen, weshalb ich mich an diesem Tage in den Flieger nach Bangkok gesetzt habe um dort an der Indonesischen Botschaft eine neue Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen.

Montag, 23. März 2009

GASTKOMMENTAR (meines Vaters): Urlaub

Den Beginn unseres Trips hat Anna-Lena (A.L.) bereits geschildert. Auf Bali haben wir uns zunächst im Bereich Kuta eine Unterkunft gesucht. A.L. kannte diese Gegend bereits und hat dann mit dem Taxifahrer am Flughafen verhandelt. Das Ergebnis war: Weniger Geld und weniger gefahrene Strecke. In Entfernung und Euro bedeutete dass: Ca. 1 km gegen Mitternacht mit 17 kg Rucksack bei 80% Luftfeuchtigkeit und 30 °C ---- gespart: ca. 30 Cent!!!!.
Die Unterkunft war dann sauber und ordentlich und vor allem bis zum Strand max. 5 Gehminuten. Hier in diesem Teil Bali's war "shoppen", dass heißt anschauen, weil die größte Hemdennummer immer noch zu klein war, und natürlich ab und an ein leckeres Eis.
Stichwort essen: Während des gesamten Aufenthaltes wurde sich fast immer aus den kleinen Strassenständen (Warung genannt) ernährt. Leckere kleine frittierte Fischen (Stintgröße), dazu Reis und ein bischen Sosse gab es incl. Getränk für ca. 1-2 €. Getränke bedeutete entweder lauwarm (Umgebungstemperatur) aus der Flasche, mit Eis unbekannter Herkunft aus einem für indonesische Verhältnisse sauberen Glas oder aber dürsten.
Wir haben weder auf kühle Getränke, frittiertes Eis, noch auf Froschsuppe oder andere Dinge verzichtet und dabei verdauungsmäßig keine Probleme gehabt.
Auf Bali haben wir dann auch mal ein Touriressort im Bereich Nusa Dua besucht. Da gab es tatsächlich Menschen, die haben außer des Transfers vom Flughafen zum Hotel nichts von Bali gesehen - Da spare ich mir den langen Flug und suche mir eine näher an Europa gelegene warme Alternative.

Insgesamt eine tolle Insel, die sich stark von dem muslemisch geprägten Java unterscheidet - fängt schon mit "Bintang" an. Bintang bedeutet nicht Guten Tag oder sonst irgendeine Floskel, sondern ist der Name des durchaus schmeckenden Bieres.
Bali haben wir dann mit einer Fähre verlassen und sind fast 5 Stunden nach Lombok getuckert. Da bei Museumsschiffen das freie Umherlaufen an Bord in der Regel nicht gestattet ist, konnte es sich bei dieser Fähre nur um ein noch intaktes Schiff handelt. Hygenische Zustände wie von A.-L. an anderem Ort ausgiebig beschrieben. Nur, konnte man "an Land" im Notfall auch mal im Gebüsch verschwinden, ist dies Möglichkeit auf einem Schiff nicht gegeben. D.h. Augen und vor allem Nase zu, Geschäft erledigen, mit rechter Hand (Kelle) Wasser über den verlängerten Rücken und mit linker Hand reinigen.
Entschädigend war der Blick auf die Vulkane der Inseln und das abendliche Einlaufen der Fähre.

Der nächste Tag führte uns über Lombok und mit Hilfe eines kleinen Auslegerbootes zu einer von drei vorgelarten kleinen Inseln. Dort auf "Gili Trawanga" haben wir uns dann endlich einmal für längere Zeit erholt. Unsere, es war die größte der Inseln, hatte einen Umfang von 7 km. 1km mit Leben gefüllt, an den beiden Ecken jeweils ein weiterer km mit deutlich abnehmendem Publikumsverkehr und der Rest einfach nur flache menschenleerer Strand. Tauchgänge boten Haie, Rochen, Schildkröten, Nacktschnecken, Muränen und.. und.. und.... Das Schnorcheln mit A.L. jedoch war neben Schildkröten und Adlerrochen vor allem durch einen kleinen (ca. 3 m Spannweite) Manta geprägt, der uns 5 Minuten spielerisch umkreiste SUPER.

Diese Insel war absolut geeignet um die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Leere weite Strände, warmes Meer, leckere Früchte und Fisch, abends bei Vollmond direkt am Meer einen (oder zwei, oder drei...) Caipirinha zum Stückpreis von 1,30 € und vor allem, wie auch auf Java und Bali, freundliche, herzliche Locals.

Leider ging dann auch diese Zeit vorbei und per Boot ging es wieder Richtung Bali und einer 18 Stunden Busstour zurück nach Semarang. Unterbrochen wurde diese 16 € Tour von einem includierten Mitternachtsbüffet, der Bus hielt irgendwann irgendwo und in einem großen Raum standen Teller, Besteck, Tee, Reis und drei weitere Behälter mit wohlschmeckendem Fleisch bzw. Goulasch. Die zweite Unterbrechung gab es morgens um 6 Uhr, als ein Reifen platzte und dieser erst einmal gewechselt wurde. Die Schnelligkeit in der dieses geschah ließ uns darauf schließen, dass so etwas nicht selten passieren muß.

Unsere letzten gemeinsamen Tage in Semarang verliefen dann wie im Fluge und irgendwann hieß es dann Abschied nehmen. An diesem Abend kamen dann auch zwei Anfang Dezember in Deutschland aufgegebene Pakete endlich an und A.L. Freude über diese unerwarteten Adventsgaben im März war groß.

Abgesehen von den Photo's bleiben mir die Erinnerungen an eine Urlaubszeit, die nicht zuletzt durch die Sprachkompetenz von A.L. dazu geführt hat viele Eindrücke von Land und Leute abseits der Touristenpfade zu gewinnen.

Dafür möchte ich mich bei meiner Tochter ganz ganz herzlich bedanken, es war eine tolle Zeit - jederzeit wieder - , und Ihr für die verbleibenden Monate alles alles Gute wünschen!

Mittwoch, 18. März 2009

Besuch aus Deutschland

Papa ist da! Und was macht man mit Verwandten aus Deutschland, die einen Besuchen wollen?? Natuerlich erst einmal ein kleines indonesisches Waisenhaus zeigen und den "Neuen" als Versuchskaninchen fuer das Englisch der Kinder benutzten - Herzlich Willkommen!
Da ich aber nicht wollte, dass er nach den ersten 2 Tagen schon wieder faehrt und ich gluecklicherweise in den 2,5 Wochen seines Besuches sowieso nicht im Waisenhaus unterrichten haette koennen (Es gab zwischen dem 4.3. und dem 17.3. ein 2 woechiges Workcamp mit Freiwillgen aus Japan im Waisenhaus. Von denen wurde nicht nur mein Stundenplan uebernommen sondern auch mein Zimmer in beschlag genommen.), haben wir uns mit Sairozi im Schlepptau auf den Weg durch Indonesien gemacht. Zuerst ging es nach Yogya um den Borobudurtempel zu bestaunen und uns auf der Malioborostrasse von den Batikhaendlern allerlei typisch indonesisches Souvenirzeugs zeigen zu lassen. Nachdem wir uns 2 Tage durch diese Shoppinghoelle geschlagen hatten, haben Papa und ich uns von Yogya verabschiedet und sind mit dem Flieger nach Bali geflogen.
Ich fliege nie wieder mit Lion Air!!! Das wir lebend aus diesem Flieger wieder ausgestiegen sind, koennte man als achtes Weltwunder bezeichnen! Jeder Lemming, der das Teil gesehen haette, waere vor Glueck in Ohnmacht gefallen.
Es fing damit an, dass bei den Sicherheitschecks noch nicht einmal unsere 1,5l Wasserflaschen entdeckt wurden, weil die Security mit allem, nur nicht dem Gepaeck beschaeftigt war. Danach ging es ans warten, da inser Flug nicht nur der letzte war, sondern auch noch Verspaetung hatte... wegen Reparation lautete die sehr beruhigende Begruendung. Als wir dann das Flugzeug sahen, war uns klar, warum repariert werden musste. Als wir hinten am Schwanz (und nicht wie sonst normal ist, an der Seite) in die Hoellenmaschine einstiegen begruesste uns Klebeband an den Waenden ("sind das die Reparationen, von denen uns eben erzaehlt wurde", ging mir durch den Kopf, waehrend der Drang umzudrehen und doch mit dem Bus nach Bali zu fahren immer groesser wurde). An den Sitzen waren die Tische locker und man konnte durch die Ritzen oben an den Amaturen die Elektrik sehen. Auf dem Klo hatte ich gleich mal anstatt eines Stueckes Klopapier die ganze Rolle in der Hand, waehrend ich staunen konnte, wie viele Luecken, Ritzen und Spalten man in einem so kleinem Raum unterbringen kann. Als ich zurueck zu meinem Platz ging, konnte ich die Blitze des Gewitters bewunders, durch das wir durchflogen und als ich dann die Brochuere mit Gebeten von 5 verschiedenen Religionen las, das eine gute Reise heraufbeschwoeren sollte, klammerte ich mich ein einen einzugen Gedanken: "runter kommen sie alle!".
Ich weiss zwar nicht wie, aber nach den laengsten 45 Minuten meines Lebens bin ich in Denpasar gelandet und gliecklich wie selten zuvor aus diesem Flugzeug, das ich hoffentlich nie mehr wiedersehe, ausgestiegen.

Waehrend Papa und ich unterwegs waren, wurde bei dem workcamp im Waisenhaus das Bad gestrichen... und so sieht es jetzt aus: