Montag, 22. Dezember 2008

"Vorweihnachtszeit"

Die Zeit der Weihnachtsmaerkte, des Gluehweins und des Geschenke-einkaufen-Stress' sah bei mir in der letzten Woche in etwa so aus:
Am Montag war ich im Office um ueber das Fliesen des Badezimmers zu reden und meinen Rueckflug nach Deutschland umzubuchen (als ich hierherkam gab es noch keine Fluege fuer Juli/August). Nachdem ich 3 verschiedene Nummern angerufen hatte und ich dann gefragt wurde welche Art von Ticket ich haette ("eins aus Papier natuerlich!"), was ich natuerlich nicht wusste, habe ich das umbuchen aber erst einmal verschoben. Spaeter bin ich dann nach Simpang Lima gefahren um meine Weihnachtspost zu verschicken, wo ich einen der Studenten von Ikip PGRI ("meiner" Uni) getroffen habe. Zufaellig ist er sogar im Komittee des English Speaking Clubs, der vor 2 Wochen eroeffnet wurde (und bei dessen Eroeffnungsfeier ich eine Rede improvisieren durfte, da meine stundenlang vorbereitete Powerpoint Praesentation nicht funktioniert hat... ich hatte vorher extra nochmal nachgefragt, ob man sie abspielen kann oder nicht: "jaja, kein Problem" --- Indonesien halt). Auf jeden Fall habe ich den Studenten erst einmal gefragt, wann der Club denn jetzt stattfindet, da es vorher noch keinen festen Termin gab und ich gerne teilnehmen wuerde... ihr habt es euch sicher schon gedacht, natuerlich gibt es noch keinen Termin!
Dienstag bin ich mit in die Schule eines der Kinder gegangen (aber eine andere als die, in der ich schon war). Nach einer viel zu kurzen Nacht, bin ich um 6.30h abgeholt worden. In der Schule durfte ich mich erst einmal 20 Schulern vorstellen, bis ich dann im Lehrerzimmer das gesamte Kollegium kennen gelernt habe und mich mit jedem einzeilnen kurz unterhalten durfte/musste. Da ich es ja so liebe mich 25 Leuten einzelnd vorzustellen und mindestens 30 mal meinen Namen, mein Alter und woher ich komme etc zu sagen, war ich natuerlich begeistert als es nach der Vorstellrunde im Lehrerzimmer in JEDE!!! Klasse der Schule ging und ich mich in jeder Klasse noch einmal 10 Minuten lang vorstellen durfte. Als ich gegen 11Uhr und nach 450 Schuelern wieder zuhause war, war ich so kaputt, dass ich den Rest des Tages durchgeschlafen habe. Auf die Frage, ob ich von nun an jede Woche in diese Schule moechte, habe ich uebrigens mit NEIN geantwortet. Ich kann es zwar verstehen, dass die Leute es hier toll finden einen Auslaender zu sehen mit dem sie ihr Englisch ueben koennen, aber gleich so einen Vorstellzirkus zu veranstalten ist doch wirklich etwas uebertrieben.
Mittwoch habe ich immer noch die Nachwirkungen von Dienstag gespuert und habe die meiste Zeit, abgesehen von meinem Englischunterricht, schlafend, essend oder lesend verbracht. Ausserdem haben die Kinder an diesem Tag ca. 10 Trommeln bekommen und sind seitdem in jeder freien (und in den eigentlich auch nicht freien) Minuten am Musikmachen... (und ich denke seitdem mindestens 3mal am Tag: "warum sind es keine Triangeln oder Klangeier... warum ausgerechnet Trommeln!")
Donnerstag bin ich wieder ins Office gefahren um endlich meinen Flug umzubuchen und noch ein paar Sachen fuer das Badezimmer und die Ferien abzuklaeren.
Freitag wollte ich mich eigentlich mit meiner Contact Person Rizal treffen, aber er ist leider krank geworden, weshalb ich stattdessen mit Sukro aus meinem Waisenhaus "jalan-jalan" (Das ist das nuetzlichste indonesische Wort, weils es einfach mal nichts aussagt ausser, dass man irgendwo hingeht und irgenwas macht. Das kann einkaufen, spazierengehen, Sport treiben oder sonstwas sein aber in einem Land, wo man staendig gefragt wird, wo man hinmoechte und nicht 100mal erklaeren will, dass man nur etwas essen und nach nem neuen Shirt schauen moechte, sagt man einfach: jalan-jalan!) gegangen bin.
Samstagmorgen habe ich mir das 3. paar Flipflops in 4,5 Monaten gekauft, da meine alten (eigentlich noch relativ neuen Schuhe) mal wieder kaputt waren. Eine weitere indonesische Eigenheit ist naemlich das Schuhe ungefragt ausleihen. Wenn man mal eben aufs Klo geht, zieht sich jeder einfach das naechste paar Schuhe an, ganz gleich wem es gehoert. Von daher ist es mir schon oefter passiert, dass ich irgendwohin musste und vorher erstmal Fliflops suchen durfte. Nachmittags habe ich mein neues paar Maennerschuhe (es gibt hier wunderschoene Schuhe fuer Frauen, die super guenstig sind, aber leider 3 Nummern zu klein) dann in die Masjid Agung ausgefuehrt. Das ist eine der groessten Moscheen in Indonesien und ich bin mit einem Freund von mir (Matsu) dorthin gefahren. Spaeter habe ich dann noch Liquid (das ist ihr richtiger Name!) kennen gelernt und wir waren zusammen essen. Ich hatte den ersten richtig entspannten Abend seit langem und als wir spaeter auch noch einen Tischkicker entdeckten, hat das dem Abend noch die Krone aufgesetzt!
Sonntag ist Hiske, eine hollaendische Freiwillige, zu mir ins Waisenhaus gekommen und hat sich das Projekt angeschaut. Die Maedels haben uns natuerlich gleich dazu verdonnert mit ihnen zu spielen, obwohl keine von uns beiden die Regeln verstanden hat. Nach ca. 10min hat mir Hiske dann gesagt: "du, ich glaube wir sind in verschiedenen Teams" :D Aber wir hatten trotzdem Spass.
Heute hat es mich dann auf meine erste Javanesische Hochzeit verschlagen. Obwohl ich nur kurze Zeit bleiben konnte, war es trotzdem beeindruckend. Alles war mit Blumen geschmueckt und es wurde ein riesiges Zelt mitten auf der Strasse aufgebaut (hier sind Hochzeiten wichtiger als der Verkehr und es kommt hier haeufig vor, dass man eine Strasse nicht befahren kann, weil "mal wieder" geheiratet wird). Das Brautkleid war ein Kunstwerk an sich und wurde nur von der mit Blumen geschmueckten Frisur getoppt... ich war so begeistert, dass ich ganz vergessen habe Fotos zu machen.
Ach ja, seit heute sind hier uebrigens Ferien. Bis jetzt habe ich aber noch keine besonderen Plaene, ausser den Waisenhausleiter solange "weiterzunerven" bis das Bad gefliest wird (wenn ich alles richtig verstanden habe, sind die Fliesenleger im Moment ziemlich beschaeftigt, aber ich kann leider nicht selbst mit ihnen reden, weil mein Indonesisch dafuer noch nicht reicht und ich aus Auslaender den doppelten Preis zahlen muesste). Mal schauen, ob es schon vor Neujahr soweit ist.
Ansonsten wuensche ich allen FROEHLICHE WEIHNACHTEN!!!!!!!!!!!!!!

Samstag, 13. Dezember 2008

Besuch aus Japan/ Idul Adha

Als ich freitagnacht im Waisenhaus ankam, habe ich Haruka getroffen. Sie war zwei Tage zuvor aus Japan gekommen, da sie eine Woche lang als Freiwillige in Fatimatuzzahro arbeiten wollte. Da sie nicht viel Zeit hatte, haben wir in diese eine Woche so viele Aktionen wie moeglich gestopft.
(der Wochenplan)
Samstag haben wir groesstenteils mit den Vorbereitungen fuer die Schnitzeljagd am Sonntag verbracht. Es gab 5 Teams mit 2-3 Kindern und 5 Stationen an denen zB Raetsel auf Englisch oder Japanisch geloest werden mussten oder Wasser mit einem Handtuch von einem Eimer in den anderen gefuellt wurde (das war meine Station!). Die Kinder waren ganz begeistert dabei und alle hatten viel Spass!
Am Montag war Idul Adha, ein muslimischer Feiertag an dem Ziegen, Kuehe und Schafe geschlachtet wurden und das Fleisch dann an aermere Leute in der Nachbarschaft verteilt wird. Das fuehrte dazu, dass es die naechsten 4 Tage bei uns 3mal am Tag Fleisch gab... (nach dem 2. Tag habe ich "gestreikt" und mich von dem gerade aus Deutschland angekommenem Schwarzbrot und Nudelsuppe ernaehrt).

Ausserdem haben wir am Montag begonnen ein Video vom Waisenhaus zu drehen. Den Dienstag haben wir ebenfalls mit filmen verbracht und abends haben Haruka und ich Englisch und Japanisch unterrichtet (meine abendlichen Unterrichtsstunden liefen in dieser Wocher 4sprachig ab... Englisch, Japanisch, Indonesisch und Javanesisch). Ich bin mal gespannt wie das Video wird, wenn es fertig ist... wenn es nicht zu peinlich ist stelle ich es vielleicht ins Internet.
Fuer Mittwoch war eigentlich geplant den Kindern Englische und Japanische Lieder beizubringen, was wir letztendlich aber doch gelassen haben, da es etwas zu schwierig geworden waere. Stattdessen haben wir zusammen gemahlt und Origami gebastelt. Ich habe mir uebrigens einen Weihnachtsbaum gemahlt, damit wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommt... nja bei 30grad C in einem muslimischen Waisenhaus ist es halt ein bisschen schwieriger mit dem Weihnachten feiern. Aber jetzt habe ich ja wenigstens mein Weihnachtsbaumplakat... sogar mit aufgemahlten Geschenken!
Donnerstag war schon Harukas letzter Tag und es gab eine kleine Abschiedsfeier.
Freitag musste ich ins Office um das "Mondaymeeting", das wegen Idul Adha ausgefallen war, nachzuholen. Dort habe ich es dann auch endlich mal wieder ins Internet geschafft und ich habe von den vielen Spenden erfahren... WOW! Seitdem bin wieder ordentlich am planen und am ueberlegen, was als naechstes am Waisenhaus gemacht werden soll... im Moment bin ich also ordentlich beschaeftigt. Es gibt so viele Dinge zu tun, dass ich mir jetzt eine to-do Liste ins Zimmer gehaengt habe, aber irgendwie scheint sie immer laenger anstatt kuerzer zu werden.
Dieses Wochenende war es zB. mit dem Waisenhauschef ueber das workcamp sprechen (ich habe ohne Uebersetzer auf Indonesisch geschafft, juhuu!) (1h), Weihnachtspost schreiben (2h), Waesche waschen (2,5h), nach Deutschland telefonieren (2h), meinen Blog erneuern (4h), einkaufen (30min), Fotos vom Waisenhaus fuer den Blog machen (ging noch nicht, weil die Batterien alle sind), Zimmer aufraeumen (30min)... und in der Zwischenzeit Indonesisch lernen.

Nachtrag: So, die Fotos fuer den Blog sind jetzt auch gemacht... ihr koennt jetzt mein oft beschriebenes und absolut einzigartiges Luxus-Klo bewundern!^^

Regenwald

Nachdem wir Kuala Lumpur etwas spaeter als geplant verlassen hatten, ging es erstmal nach Jerantut, von wo aus man mit einem anderen Bus nach Taman Negara (Nationalpark mit einem der aeltesten Regenwaelder der Welt) fahren kann. Leider hatten wir diesen Bus verpasst, weshalb wir eine Nacht in Jerantut verbringen mussten. Im Nachhinein bin ich aber ganz froh darueber, da ich in dem Hostel dort zum ersten Mal seit Monaten wieder warm duschen konnte. Ausserdem habe ich an diesem Abend meine erste Kobra auf der Strasse gesehen!

Am naechsten Morgen sind wir endlich zum Dschungel gefahren, wobei ich mich auf der Busstrecke dorthin schon wie im Regenwald gefuehlt habe, da man teilweise nichts als Baeume und ein bisschen Strasse sah. Nachdem uns der Bus ca. 100m vor Taman Negara abgesetzt hatte und uns nur noch ein Fluss vom Dschungel trennte, haben wir uns erst einmal auf Hostelsuche begeben, die jedoch relativ schnell in einem kleinen Dormitory endete. Es war zwar recht stickig (kein Wunder wenn man mit 6 Leuten in einem kleinen Zimmer schlaeft), aber der Preis von 10 Ringgit (ca. 2,5Euro) war einfach zu verlockend.

Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten ging es auch gleich schon via Boot ueber den Fluss in den Regenwald, wo wir uns auf kleinen Trampelpfaden den "Bukit Teresek" erklommen haben. Bukit heisst uebrigens Huegel, aber nachdem ich 1,5 Stunden lang ueber Baumwurzeln gestolpert bin, Termiten meine Beine hochgeklettert sind, ich eine weitere Schlange sehen durfte und der Gipfel immer noch nicht in Sicht war, wuerde ich ihn eher als Gebirge bezeichen. Als es auf dem Rueckweg dann schon zu daemmern anfing und meine Begleiter es unglaublich lustig fanden mich auf die Tiger im Taman Negara hinzuweisen, daempfte sich meine Begeisterung fuer den Regenwald etwas... aber als wir dann anschliessend am anderen Flussufer in einem schwimmenden Restaurant sassen und thailandische Tom Yam Suppe verspeisten, waren die Strapatzen schon wieder vergessen.
Am naechsten Tag ging es auf den "Canopy Walk" und wir sind auf Haengebruecken in den Baumkronen spazierengegangen. Die Aussicht war wunderschoen! Ansonsten habe ich aber nicht viel gemacht, da die Aussicht auf ein Nickerchen bei der Hitze einfach verlockender war, als auf den "Bukit Indah" zu steigen... ausserdem war mir nach dem vorherigen Tag alles was mit "Bukit" beginnt sowieso suspekt.
Am naechsten Morgen sind wir auch schon zurueck nach Kuala Lumpur gefahren um uns an unserem letzten Tag mit Freunden von Marlene zu treffen und noch etwas Grossstadt zu geniesen, bevor es am Freitagmittag mit neuem Visum zurueck nach Indonesien ging.

Samstag, 29. November 2008

Malaysia

Nachdem ich die ersten 4 Monate Indonesien hinter mir habe und mein Visum ausgelaufen ist, muss! (nicht das ich gerne gefahren waere^^) ich nach Malaysia ausreisen. Also sitze ich jetzt seit vier Tagen in Kuala Lumpur.
Das erste, was mir hier auffiel, war die Strassenbahn und ein funktionierendes Bussystem und als ich dann in das Hostel kam, fuehlte ich mich endgueltig in der Zivilisation angekommen.Es gibt hier tatsaechlich Kuehlschrank mit Eisfach, Herd, Mikrowelle (aber kaputt) und Waschmaschine... ich war begeistert! Als ich dann noch einen Weihnachtsbaum und Rittersport Marzipan in einer der vielen Shoppingmalls entdeckte, hat mich Kuala Lumpur endgueltig von sich ueberzeugt.

Ansonsten sind Marlene und ich am 27.11. erst einmal zur Botschaft gefahren um den ganzen Visumskram zu erledigen und danach haben wir uns ein traditionelles malayisches Haus besichtigt (die Fuehrung war wirklich interessant). Nachdem wir dann genug von Kultur hatten, ging es zurueck ins Hostel.
Am naechsten Tag konnten wir schon das Visum abholen und auf dem Rueckweg von der Botschaft sind wir noch zufaellig in einen Schokoladenshop und einen Handwerksladen gestolpert, was auch ganz nett war, da wir eigentlich keine besonderen Plaene fuer den Tag hatten, ausser in eine HIV/AIDs-Austellung zu gehen, von der wir aber nicht wussten, wo sie sich befindet. Die Frage klaerte sich aber kurze Zeit spaeter, als wir genug von der Hitze hatte und in die naechste Mall spaziert sind, wo genau diese Austellung war... Glueck gehabt! Abends sind wir dann noch nach Chinatown, was sich direkt neben unserem Hostel befindet, und haben uns durch die Shoppinghoelle gekaempft.
Den naechsten Tag habe ich etwas ruhiger angehen lassen... bis 1Uhr schlafen, essen, lesen, spazieren gehen, doesen. Gegen 7 hatte ich endlich genug Motivation um die dringend benoetigten festen Schuhe und einen Rucksack zu kaufen, denn der Plan fuer heute besteht daraus Kuala Lumpur zu verlassen und nach Taman Negara in den Regenwald zu fahren und mit Flipflops durch den Dschungel stratzen ist vielleicht nicht ganz optimal^^

Sonntag, 23. November 2008

Durchfall

Nachdem es schon so gut wie alle anderen Freiwilligen erwischt hat (innerhalb der letzten Woche waren 5 andere krank/ 3 davon im Krankenhaus), bin ich seit letztem Dienstag auch an der Reihe Besuch vom meinem jetzt staendigem Begleiter, dem Durchfall, zu bekommen. Dadurch hielten sich meine Aktivitaeten bis auf gelegentliches zum Klo rennen in Grenzen.
Ich habe es aber immerhin sage und schreibe in der letzten Woche 1mal geschafft aus dem Waisenhaus rauszukommen um Gigih auf einer Expo zu helfen IIWC vorzustellen. Ansonsten hatte ich abends meinen normalen Unterricht. Ich bin uebrigens endlich dazu gekommen die Kinder die Briefe nach Deutschland schreiben zu lassen... das einzige Problem ist, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, meinen alten Englischlehrer darueber informieren, dass er bald Post von 20 indonesischen Kindern bekommt :P Aber bis ich die Briefe endgueltig losschicken kann, wird es wohl noch ein kleines Weilchen dauern, da ich vorher noch Fotos von den Kindern machen will um sie mitzuschicken.
Im Moment bin ich jedoch hauptsaechlich mit meiner Planung fuer Malaysia beschaeftigt. Mein Visa laeuft naemlich Ende diesen Monats aus und ich muss Indonesien verlassen um ein neues beantragen zu koennen. Deshalb fliege ich vom 26.11. bis zum 5.12. nach Malaysia... omg ist das wirklich schon Uebermorgen?! Mal schauen, was mich dort so erwartet...

Montag, 17. November 2008

Weekendworkcamp

Mein Tief hatte sich nach der Farewellparty von Yuma und Lucka endgueltig (hoffentlich) verabschiedet und so ging es voller Elan in mein weekendworkcamp, bei dem wir das Waisenhaus gestrichen haben.
Am Donnerstag war ich erst einmal mit Gigih von IIWC Farbe und Streichutensilien kaufen, die gluecklicherweise etwas guenstiger als erwartet waren. Samstag ging es dann endlich los.
Das erste Mal, dass ich etwas ins Schwitzen geriet, war um 9.30Uhr, als die Freiwilligen aus Pekalongan, die um 9Uhr kommen wollten, immer noch nicht da waren und wir mit 5 Leuten dabei waren, dass ganze Waisenhaus abzuschmirgeln. Bei unserem Tempo haetten wir wahrscheinlich 2 Wochen gebraucht bis wir mit dem Streichen anfangen haetten koennen, jedoch trudelten die anderen Freiwilligen (auch aus Indonesien und Tschechien) nach und nach ein und als die Kinder gegen 1Uhr aus der Schule kamen, hatten sich meine Zweifel, dass wir niemals fertig werden, aufgeloest.

Das naechste Mal, dass ich nervoes wurde, war als die orange Farbe fuer die Aussenwand zur Neige ging und nach dem ersten Mal auftragen so duenn aussah, dass ich mit 3mal nachstreichen gerechnet habe. ...die Farbe ging uns zwar kurze Zeit spaeter wirklich aus, aber der Shop um die Ecke hatte zum Glueck die gleiche, also wurde kurzerhand neue gekauft. Das mit dem Nachstreichen mussten wir auch machen, aber zum Glueck nur 1mal, da die getrocknete Farbe zum Glueck kraeftiger war, als die nasse.
Ansonsten hatte wir aber wirklich viel Spass und vor allem die Kinder waren eifrig bei der Sache.
Am Sonntagmorgen ging es dann frueh weiter und wir haben bis ca. 3Uhr weitergestrichen, als es ploetzlich zu regnen anfing... jedoch ist der indonesische Regen mit den paar Troepfchen in Deutschland nicht zu vergleichen und ich hatte wirklich Angst, dass die ganze Farbe wieder runterkommt. Den Kindern hingegen hat es gefallen und sie haben erst einmal im Matsch geplantscht und Fussball gespielt, was unsere Jungs so gut gefallen hat, dass sie gleich mal mitgemacht haben.

Vorher:


Nachher:

Donnerstag, 6. November 2008

Down

Es ist wieder soweit... das naechste down inklusive Kulturschock ist da und meine letzte Woche war absolut besch*****! Von daher muss ich jetzt erstmal Dampf ablassen.
Es fing damit an, dass ich schon in Pekalongan Bauchschmerzen bekommen habe, die bis Montag anhielten. Am Diestag, als ich mit in die Schule gegangen bin (siehe letzter Eintrag), ging es dann mit Kopfschmerzen weiter und seit letzter Woche Freitag habe ich ne Erkaeltung. Dazu kommt die schwuele Hitze, die, wenn es einem eh schon Sch-peep! geht, dann noch den Rest gibt. Ach ja, die Magenprobleme, die man immer mal wieder hat (sind eigentlich schon so normal, dass ich sie normal nicht mehr erwaehne), kommen natuerlich noch oben drauf.
Nja und wenn man dann mit nem Kopf wie`n Ballon draussen im Waisenhaus sitzt und sich mit dem Sudokublock (man ist eh nicht mehr in der Lage in zu loesen) den nicht vorhandenen Wind zufaechelt um die Schweisspfuetze unter den Fuessen nicht noch groesser werden zu lassen, ausgerechnet dann kommen ein paar Kids zu dir (nachdem du 3x demonstrativ gegaehnt und gehustet hast um auf deinen momentanen Zustand aufmerksam zu machen) um dich erstmal auf indonesisch zuzuquatschen und dich nach Englischvokabeln fuer ihre Hausaufgaben zu fragen -natuerlich hast du die Woerter nie zuvor gehoert... nja, was macht ein guter Freiwilliger: weiter Laecheln und sich von den Kids das Woerterbuch (uebrigens mein eigenes, dass ich am morgen gebraucht habe und nicht gefunden hatte, weil es sich die Kinder mal wieder auf unbestimmte Zeit geborgt hatten) nehmen, um dann selber nachzuschlagen!
Nachdem ich den Tag dann irgendwie ueberlebt hatte, kam abends um 8h (ich war um 7h schon total muede) der Unterricht, in dem ich diesmal anstatt Englischunterricht die Armbaender von dem weekendworkcamp in Pekalongan gemacht habe. Puenktlich um 21.00h (Ende der Stunde... ich schon halb im Bett) kommt einer der Staffs und will lernen wie man ein Armband macht- aber gerne doch- grins!!! Um 22.00h war ich im Bett und um 22.01h hab ich geschlafen.
Ansonsten gibt es immer noch ein paar Sachen, an die ich mich nicht gewoehnen kann.
-Ich sitze immer noch nach 5Uhr in meinem Waisenhaus fest, da es keinen Bus mehr gibt... ok, ich hab ja vorher genug Zeit irgendwohin zu fahren, aber leider arbeitet hier jeder Vormittags (und die Kids sind in der Schule) und alleine in die Stadt zu fahren um sich mit sich selbst zu treffen, ist beim 5ten Mal genauso spannend wie im Fernsehen Werbung auf indonesisch anzuschauen -und man spart das Busgeld.
-Wenn man abends nochmal zu Fuss irgendwohin (irgendwohin= Supermarkt, Internetcafe, Schafe gucken) gehen moechte ist das vor 9h eigentlich noch geradeso ok, solange man begleitet wird... ist ja auch sowas von gefaehrlich in meinem Dorf (ich wohne zwar in Semarang, aber mein naechster Nachbar sind Schafe und Huehner).
-Hatte ich eigentlich schon erwaehnt, dass ich mich jedes mal, wenn ich fuer 20Minuten zum Supermarkt gehe, beim Waisenhaus-Chef abmelden muss?
-Man darf in meinem Waisenhaus auch keine Karten spielen, weil es ja eventuell auf Glueckspiel hinauslaufen koennte... ok, das hoert sich fuer alle, die mich nicht kennen, jetzt nicht wie ein grosser negativ Punkt an, aber ich vermisse die Skat- und Doppelkopfrunden.
-Dazu kommen dann noch staendig irgendwelche Fragen wie: "Wie viel hat das gekostest?", "Bist du reich?" oder "Wenn du nach Hause faehrst, kannst du ja deine Kamera fuer das Waisenhaus hierlassen und dir in Deutschland eine neue kaufen?" -bitte was??? Die ersten 5 Male versucht man noch zu erklaeren, dass man hier zwar viel Geld hat, aber in Deutschland alles 10x teurer ist. Aber spaetesten nach dem 6x ist selbst meine Geduld am Ende und es geht mir nur noch auf die Nerven.
-Man kann hier auch nicht einfach in Ruhe die Strasse langgehen, sondern alle 20m wird man von der Seite mit "Hello Miss/Mister!" angerufen. Das hoert sich vielleicht nicht besonders schlimm an, aber wenn man das 3 Monate lang jeden Tag zu hoeren kriegt, reicht es einem irgendwann.
-In meinem Projekt gibt es genau 1 Person, die ein bisschen Englisch spricht, von daher beschraenken sich meine taeglichen Unterhaltungen seit 3 Monaten auf, "Wo willst du hin?", "Magst du...?" und "Hast du schon geduscht?"
- ...
So ich glaube, dass sind so die wichtigsten Punkte, die mir auf die Nerven gehen. Aber im Moment sehe ich eh alles etwas dramatischer, wegen der Erkaeltung. Von daher versuche ich mir im Moment zu sagen: think positiv und keep smiling... ich wusste ja voher das es warscheinlich irgendwann nochmal einen Kultirschock gibt (war ja auch mein Referat beim Vorbereitungsseminar) und das Gute ist, dass es normalerweise von jetzt an nur noch besser werden sollten. Das naechste Hoch kommt bestimmt.
Es gibt aber auch gute Neuigkeiten. Ich war heute morgen in der Uni und, unglaublich, aber war, am Dienstag bekomme ich meinen Stundenplan!